Text-Bild-Ansicht Band 83

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das Königreich Bayern auf eine von Hannover ausgegangene Anfrage mitgetheilt worden sind (polyt. Journal Bd. LXXXII. S. 438). — Ueber das Pressen bleierner Röhren. Von Karmarsch.62).

25. Lieferung: Gutachten, betreffend die das Wandern der Handwerksgesellen erschwerenden Polizeimaßregeln. Von Neubourg. Der Verf. findet diese Maßregeln (von denen einige unläugbar ein vexatorisches Ansehen haben) im Allgemeinen, den vorhandenen Umständen nach, nöthig.

XIII. Verhandlungen des Gewerbvereins für das Großherzogthum Hessen.

Jahrgang 1840, 1.–3. Heft; Jahrg. 1841, Heft 1, 2.

1840, Heft 1: Ueber die Verkohlung des Torfs. — Es werden Notizen über Torfverkohlungsversuche im Siegen'schen und über den Betrieb der Torfverkohlung auf der würtembergischen Gewehrfabrik in Oberndorf mitgetheilt. Im Siegen'schen schlug man den Weg der Meilerverkohlung ein, wobei die (stehenden) Meiler jedoch von geringer Größe waren (der eine 4 Fuß rhein. im Durchmesser und 4 Fuß hoch, der andere 9½ Fuß im Durchmesser und 4½ Fuß hoch). Man erhielt, verglichen mit lufttrokenem Torf, dem Maaße nach (Zwischenräume eingerechnet) in dem kleinen Meiler 41.6, im großen 37.5 Proc. Kohlen von fester und guter Beschaffenheit. Dem Gewichte nach wird die Ausbeute auf 22.7 Proc. berechnet, allein dieß stimmt mit den übrigen Angaben nicht, wonach 1 Tonne (7 1/9 rhein. Kubikfuß) Kohle 42 Pfd., und 1 Tonne Torf 185 Pfd. wog. Sezt man auch für die leztere Zahl (welche wohl ein Drukfehler seyn mag) die wahrscheinlichere 85 Pfd., so findet man für den kleinen Meiler 20.58 Proc., und für den großen 18.53 Proc. Derselbe Torf lieferte bei einem mit Sorgfalt im Kleinen angestellten Versuche 40 Gewichtprocent Kohlen. Der rohe (lufttrokne) Torf gab 2.7 Proc., die Kohle 10.9 Proc. Asche. Uebrigens wird die Beschaffenheit des Torfs nicht näher bezeichnet, was doch von Wichtigkeit gewesen wäre. Die Kohlen konnten zum Schmieden, zum Tiegelschmelzen und selbst als Zusaz beim Bleischmelzprocesse in Krummöfen gebraucht werden. — In Oberndorf ist die Torfverkohlung seit 1830 mit Vortheil in Anwendung. Man gebraucht die Kohlen in Schmiedefeuern, wo sie eben so viel leisten, als eine gleiche Quantität Tannenholzkohlen, und vor diesen den Vorzug haben, daß leichter eine so genannte kurze Hize gegeben, d. h. daß das Eisen oder der Stahl nur auf 2 bis 3 Zoll Länge glühend gemacht

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S. polytechn. Journal Bd. LXXXII. S. 186