Text-Bild-Ansicht Band 83

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werden kann, und dabei das unnüze Verbrennen der benachbarten Kohlen mehr als bei Holzkohlen vermieden wird. Dagegen leidet die Torfkohle mehr Abgang durch den Transport, als die Holzkohle. Der zur Verkohlung angewendete Torf ist brauner Fasertorf und hinterläßt wenig Asche. Die Verkohlung wird in gemauerten Oefen betrieben, welche cylindrisch, oben kuppelartig gewölbt sind, eine flache Sohle und im Scheitel ein zu verschließendes Füllloch haben. Außerdem ist unten an der Seite eine Thür, und ringsum (ebenfalls am unteren Theile) eine Anzahl Zugröhren angebracht, welche lezteren aus horizontal in das Mauerwerk eingelegten, 6 Linien weiten Flintenläufen bestehen und nach Erforderniß mit Korkpfropfen verschlossen werden. Ein 9 Fuß hoher, 5½ Fuß weiter Ofen faßt 5000 Stük Torf, welche im nassen Zustande 10–11 Zoll lang, 3–4 Zoll breit und dik sind, aber lufttroken eingefüllt werden. Die Verkohlung dauert 40–48 Stunden, die darauf folgende Abkühlung des Ofens 6–7 Tage. Ueber den quantitativen Ertrag an Kohle läßt sich aus den mitgetheilten Angaben kein Schluß ziehen.

Ueber Stahlstabgeläute. Von Jordan. — Beschreibung und Abbildung eines Stahlgeläutes, welches in Schönberg an der Bergstraße im Gebrauch ist, und dem Zwek so gut entspricht, als die Lage der Kirche (auf einem hohen Berge) erlaubt.

Geruchlose Abtritte. — D'Arcet hat, um gewöhnliche einfache Abtritte geruchlos zu machen, die Methode angegeben, aus der Senkgrube ein Rohr bis über das Hausdach hinauszuführen und in diesem Rohre durch eine hineingehängte Lampe, oder durch das hineingeleitete Rauchrohr eines eigens zu dem Behufe geheizten Ofens einen beständigen, aufwärts gehenden Luftzug zu erzeugen, welcher einen abwärts gerichteten Zug in dem Abtrittsschlauche zur Folge hat. Mit Beibehaltung des Princips ist die hier beschriebene (in dem Hause des geheimen Oberbauraths Moller in Darmstadt mit bestem Erfolg ausgeführte) Construction dadurch vereinfacht, daß die Erwärmung der Luft in dem Zugrohre durch die Wärme zweier Schornsteine geschieht, zwischen welchen das Rohr liegt. Der Erfahrung nach ist diese Wärmequelle nachhaltig genug, um auch während der Nacht und bis zum Morgen den Zug zu unterhalten. Die Einrichtung verdient gewiß überall Nachahmung, wo dazu Gelegenheit ist, und wo man den (doch vielen Personen lästigen) beständigen Luftzug im Abtritte sich gefallen lassen will.

Ueber das Troknen des Torfs. Von Kirn. (Aus dem