Text-Bild-Ansicht Band 83

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Wochenblatt für Land- und Hauswirthschaft.)63) — Der Verf. empfiehlt zur künstlichen Troknung des Torfs (der bei ungünstiger Witterung im Freien oft gar nicht gehörig troken wird) diejenigen Einrichtungen, welche neuerlich auf mehreren französischen Glashütten zum Dörren des Holzes eingeführt worden sind; und theilt zu dem Behufe eine Beschreibung und Abbildung davon mit. Es sind lange gewölbte von Unten durch Feuerzüge geheizte Gänge (60 Fuß lang, 6 Fuß breit, 6 Fuß im Scheitel des Gewölbes hoch), in welche das Holz auf Wägen mittelst eiserner Geleise eingefahren wird. Der Verf. berechnet, daß sechs solche Räume 36,000 Stük Torf, 5 auf 1 Kubikfuß, also 7200 Kubikfuß, fassen würden, und nimmt an, daß diese Menge in 48 Stunden hinlänglich gedörrt werben könne, um zu Flammenfeuerungen aller Art gebraucht zu werden. Er bezeichnet nicht den Temperaturgrad, der dabei in den Troknungsräumen stattfinden müßte. Zu Königsbronn im Würtembergischen64) bedient man sich einer Einrichtung zum Troknen des Torfs, welche zwar von der hier in Rede stehenden verschieden ist, aber doch zu deren Beurtheilung einen Anhaltspunkt darbietet. Man hat dort in den Trokenräumen oft zulezt eine Temperatur von 40° R. und darüber, und dennoch dauert das Troknen mindestens 7 Tage, ungeachtet der Torf schon lufttroken eingebracht wird, wonach die obige Annahme von 48 Stunden jedenfalls viel zu klein erscheint. Damit fehlt aber auch der von Kirn aufgestellten Kostenberechnung ein haltbarer Grund.

Beschreibung eines zwekmäßig construirten geschlossenen Ziegelofens. — Es ist ein stehender Ofen mit zwei Etagen, von welchen die obere zum Troknen, die untere zum Brennen der Waare dient. Unter der unteren Etage liegen zwei Schürgassen. Oefen dieser Art sind in Würtemberg mehrfach im Gebrauch, und ihre Wirkung soll — wie sich erwarten läßt — vorzüglich gut seyn.

1840, Heft 2 und 3: Rotizen über die Anwendung des Asphalts. Von Görz. — Ein kurzer Bericht über mehrere in dem neuen herzoglichen Schlosse zu Wiesbaden ausgeführte Asphaltbelegungen, nämlich auf Dächern, Platformen, in Gängen, Höfen, Hallen, Kellern, Remisen, Pferdeställen etc., zusammen über 30,000 Quadratfuß. Ueber das Verhalten dieser Arbeiten beim Gebrauche konnten, da das Schloß noch nicht bewohnt wurde, keine Erfahrungen mitgetheilt werden. Das angewendete Asphalt war theils von Val

63)

S. polytechn. Journal Bd. LXXVI. S. 184.

64)

S. polytechn. Journal Bd. LXXVIII. S. 257.