Text-Bild-Ansicht Band 83

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de Travers, theils von Seyssel; die Mischung der Massen wird nicht angegeben. Als Unterlage für den Asphaltguß wurde theils Beton, theils eine Ziegelpflasterung, auf den Dächern Lehm angebracht, worauf die Masse zum Theil in einer (wie mir scheint) etwas zu geringen Dike aufgetragen wurde, nämlich in den Einfahrten und Hallen 12 (franz.) Linien, vor den Einfahrten 10 Linien, in dem Stalle 8 Linien, und auf den Trottoirs etc. nur 4 Linien dik. Mehrere Stände des Pferdestalls wurden einige Wochen hindurch benuzt, ohne daß das Pflaster durch die scharf beschlagenen Hufe der Pferde sichtbar angegriffen wurde. Es wird aber nicht gesagt, ob die Hufe Eindrüke hervorgebracht haben. Dieser Umstand ist von Wichtigkeit, weil in solchen Vertiefungen die Jauche stehen bleibt, und einen Hauptvorzug des Asphaltpflasters, nämlich die Reinlichkeit, zerstört. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß es nicht die mindeste Schwierigkeit hat, eine Asphaltbelegung herzustellen, welche Cohärenz und Härte genug hat, um dem Scharren und Schlagen der unruhigsten Pferde auf die Dauer zu widerstehen; allein wenn man ein ruhiges Pferd darauf stellt, so sinkt es mit den Hufen mehr oder weniger ein. Ich habe den Fall vor mir gehabt, daß ein Asphaltguß in einem Stalle die heftigsten Schläge mit der Bahn eines 3 bis 4 Pfd. schweren Hammers ohne Beschädigung oder Veränderung aushielt, wogegen durch starkes Drüken mit dem Ende eines Spazierstokes oder durch Daraufsezen eines mit Gewichten beschwerten Stuhls binnen einer Minute Eindrüke von ⅛ Zoll Tiefe entstanden, welche bei dem lezteren Versuche nach 24 Stunden bis auf ¼ Zoll zugenommen hatten.

Ueber ein in Oppenheim ausgeführtes Asphaltdach. Von Mayr. Die Unterlage für das Asphaltdach wurde aus einem Gemenge von Lehm mit der vierfachen Menge gemahlener extrahirter Chinarinde (welche als Abfall einer Chininfabrik zufällig vorhanden war) hergestellt, ¼ Zoll dik aufgetragen, getheert und mit Löschpapier bekleidet. Die Asphaltmasse (von Zimmer und Sell in Frankfurt a. M.) erhielt ebenfalls ¼ Zoll Dike. Die Lehmunterlage und der Asphaltüberzug kamen zusammen auf 6 kr. rhein. per Quadratfuß zu stehen. Das Dach hatte zur Zeit der Berichterstattung schon der stärksten Sonnenhize vollkommen gut widerstanden; aber es scheint bis dahin nicht Gelegenheit gewesen zu seyn, die Dauerhaftigkeit desselben in anderen Beziehungen zu erproben.

Ueber die in der Gegend von Kassel üblichen Oefen für Bakstein- und Kalkbrennerei. Von Buff. — Der hier beschriebene und abgebildete Ofen ist ein liegender, dem gewöhnlichen Töpferofen ähnlicher, aber mit einem einzigen Schürloche, und