Text-Bild-Ansicht Band 83

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nach Henschel's Angabe construirt. Er findet sich in der Gegend von Kassel fast allgemein im Gebrauch. Um darin 6000 Ziegel nebst einer Quantität Kalk zu brennen (welcher leztere mit eingesezt werden muß, um die Ziegel im vorderen Theile des Brennofens vor zu greller Hize zu schüzen), sind 636 Kasseler Kubikfuß oder ungefähr 25400 Köln. Pfd. ordinäre Braunkohlen nöthig, deren Heizkraft vom Verf. kaum halb so hoch, als die eines gleich großen Gewichts Steinkohlen, oder nahe gleich der des Holzes, geschäzt wird.

Versuche mit heißer Luft bei Schmiedefeuern. Von Schaffnit. — Bei diesen Versuchen, welche in der Artilleriewerkstätte zu Darmstadt angestellt wurden, bediente man sich eines Windheizapparates, der hinsichtlich der Construction wenig von mehreren schon bekannten abwich, indem er aus einem an der Feuermauer aufrechtstehenden, mit Zikzakcanälen versehenen Kasten gebildet war. Der Blasebalg war mit einer (nicht deutlich beschriebenen) selbstthätigen Sperrvorrichtung versehen, wodurch der Blasebalg verhindert wird sich auszublasen, wenn der Arbeiter aufhört ihn zu treten, so daß kein unnüzer Kohlenverbrand nach dem Herausnehmen des Eisens aus dem Feuer stattfindet. Es wurden an 4 Tagen täglich 70 Hufeisen im Gewichte von 81¼ Pfd. (Frankfurter leichtes Gewicht) geschmiedet, und dabei kalter und heißer Wind, beide sowohl mit als ohne die erwähnte Sperrvorrichtung gebraucht. Die Temperatur des heißen Windes betrug 233 bis 258° R. Die Resultate waren, wie folgt:

Tag Einrichtung des Feuers. Eisenverlust durch Abbrand. Proc. Steinkohlenverbrauch. Pfd. Arbeitszeit. Stunden.
1 Kalter Wind ohne Sperrung 5.54 60½ 10
2 Kalter Wind mit Sperrung 5.54 58¼
3 Heißer Wind ohne Sperrung 4.00 44 9
4 Heißer Wind mit Sperrung 3.70 40¼

Durch den heißen Wind ist daher 1/13 bis 1/10 der Zeit, etwa ⅓ der Kohlen und 1/65 bis 1/54 des verschmiedeten Eisens gewonnen worden. Die Sperrvorrichtung am Blasebalge hat eine Ersparung von 3¾ bis 8½ Proc. Steinkohlen bewirkt.

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