Text-Bild-Ansicht Band 83

Bild:
<< vorherige Seite

In graphischer Manier entworfen von H. Rößler. — Die Maaß- und Gewichtgrößen mit ihren Unterabtheilungen sind auf lithographirten Blättern durch ein System von Parallellinien in der Art ausgedrükt und neben einander gestellt, wie man es schon öfter mit den Thermometer- und Aräometerscalen gethan hat. Man kann daher die Vergleichungen und Reductionen (bis zu einer gewissen Gränze der Genauigkeit) sogleich ablesen, und erspart alle Rechnung. Sofern es sich nur um Vergleichung handelt, kann eine solche Tafel unbedingt recht nüzlich werden. Wenn aber, wie die Absicht ist, die Tafel der Längenmaaße zugleich als eine Sammlung von Maaßstäben zum Abgreifen mittelst des Cirkels dienen soll, so tritt das Bedenken ein, daß das Papier zu diesem Behufe ein nicht genügend unveränderliches Material ist. Ich will hiemit nicht auf das bei öfterem Gebrauche unvermeidliche Zerstechen durch die Cirkelspizen hindeuten, sondern auf die Empfindlichkeit des Papiers gegen die Einwirkung der Feuchtigkeit. Zunächst ist es eine gewöhnliche Erscheinung, daß wegen der Zusammenziehung, welche in dem Papiere vorgeht, wenn es nach dem Druken im befeuchteten Zustande wieder troknet, der Abdruk sich in einem nie genau vorherzusehenden Verhältnisse kleiner darstellt, als die Zeichnung auf der Kupferplatte oder dem Steine. Dieser Umstand ist jedoch gegen Erwarten bei den vorliegenden Blättern nicht vorhanden. Ich habe zwei Exemplare derselben geprüft, und die Maaße nicht in bemerkbarem Grade verkleinert gefunden, wahrscheinlich aus keinem anderen Grunde, als weil zufällig das Schwinden der Abdrüke beim Troknen compensirt worden ist durch die Strekung, welche das Papier vermöge der quetschenden Einwirkung des Reibers in der lithographischen Presse erfahren hat. Die Blätter haben also in der Gestalt, wie sie vorliegen, eine hinlängliche Genauigkeit. Wollte man sie jedoch — wie es zum Gebrauch wohl unerläßlich seyn wird — auf Pappe ziehen, so dürfte eine bemerkbare Vergrößerung schwer zu vermeiden seyn.

XIV. Monatsblatt des großherzoglich hessischen Gewerbvereins.

Jahrgang 1840, Nr. 4–12; Jahrg. 1841, Nr. 1–7.

Seiner bei der Begründung ausgesprochenen Bestimmung nach enthält das Monatsblatt in der Regel nur Artikel, welche aus anderen Zeitschriften entlehnt sind, wobei die jederzeit sehr gut getroffene Auswahl zu loben ist. Doch trifft man mitunter auch Originalmittheilungen, von welchen ich aus den oben genannten Nummern folgende hervorhebe:

1840, Nr. 6: Ueber die Prüfung des Essigs auf seinen