Text-Bild-Ansicht Band 83

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Gehalt an Essigsäure. Von Winkler. Der Verf. empfiehlt als neutralisirendes Mittel statt des sonst gewöhnlich angewendeten kohlensauren Kali oder des von Otto in Gebrauch gesezten Aezammoniaks den kohlensauren Kalk, welcher natürlich im reinsten Zustande (als Kalkspath) zur Hand genommen werden muß. Dem Princip nach kann diese Methode zwar nicht als neu gelten, allein die Einzelnheiten des Verfahrens, wodurch dasselbe den höchsten möglichen Grad von Einfachheit erlangt, sind eigenthümlich und beachtenswerth. Man sezt zu 500 Gran Essig in einem Arzneiglase 100 Gran ziemlich fein gepulverten kohlensauren Kalk, erwärmt das Gefäß in heißem Wasser bis zur völligen Beendigung der Gasentwikelung, trennt den unaufgelösten kohlensauren Kalk durch ein Filter von glattem Papier, wäscht ihn mit reinem Wasser, troknet und wägt ihn. Aus dem Gewichtverluste desselben ergibt sich die Menge der Essigsäure, wobei man die Bequemlichkeit hat, daß (wegen des fast gleichen Mischungsgewichtes der wasserfreien Essigsäure und des kohlensauren Kalks) mit einer für die Praxis hinlänglichen Genauigkeit für jede 5 Gran aufgelösten kohlensauren Kalks 1 Proc. Essigsäure berechnet werden kann. Da der Essig zuerst und vorzugsweise die feinsten Staubtheilchen des Kalks auflöset, so besteht der Rükstand aus einem körnigen Pulver, welches sehr leicht ausgewaschen und zum Behuf des Wägens vom Filter abgelöst werden kann. Winkler fand in den besten Essigsorten 4½ bis 5¼ Proc. wasserfreier Säure, in schlechtem Essig, namentlich aus Obst, nur 1½, bis 3 Proc. — Sicheres und wohlfeiles Mittel, Oehl- oder Fettfleken aus Seidenzeugen zu entfernen. Von Winckler. Die Anwendung des Aethers, welche der Verf. empfiehlt, ist gewiß durch Sicherheit und Schnelligkeit der Wirkung das beste Mittel; ob es gerade das Beiwort „wohlfeil“ verdiene, darf man wohl bezweifeln. Einen sehr praktischen Kunstgriff gibt der Verf. an, um die Verbreitung des Aethers außerhalb der Gränze des Flekens zu verhindern, nämlich die Einfassung des lezteren mit einem Gummirande, der durch Aufstreichen einer Gummi-Auflösung gebildet und nachher durch lauwarmes Wasser wieder entfernt wird.

Nr. 4: Ueber das Saitenmaaß eines Pianoforte's. Von Ewald. Andeutung des Verfahrens, die Länge einer Saite von bekannter Dike zu finden, wenn die einer anderen von ebenfalls bekannter Dike gegeben ist; vorausgesezt, daß die erstere um einen ganzen Ton höher oder tiefer klingen soll, als die leztere, und daß beide Saiten mit gleicher Kraft angespannt werden.

Ueber Firnißbereitung. Von Felsing. Beachtenswerthe praktische Bemerkungen über das Sieden des Leinöhlfirnisses, in welcher