Text-Bild-Ansicht Band 83

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Nr. 78 an wird J. H. Günther als Redacteur genannt, wogegen Wieck sich zurükgezogen hat.

In der Rubrik: „Technisches“ enthalten die oben genannten Nummern folgende Original-Mittheilungen von Erheblichkeit:

1840, Nr. 46, 47: Beschreibung zweier sächsischer Dampfbrauereien (in Erlbach und Flöha). Der Text ist kurz; die Zeichnungen sind als Skizzen hinlänglich. — Nr. 47: Potasche und deren Zubereitung. Es ist zu verwundern, daß die Redaction einem solchen confusen und zum Theil falsche Angaben enthaltenden Aufsaze ihre Spalten geöffnet hat. Daß die Potasche als „ein unreines Kali“ erklärt wird, klingt wenigstens sehr zweideutig. „Auf einige Insecten (Ameisen, Bienen) wirkt die Potasche wie Gift; dagegen ist sie anderen Thieren nicht schädlich.“ Fast sollte man meinen, Potasche zu essen müsse einigen Thieren ein Vergnügen seyn. Aus Lederabfällen sey „Potasche zu sieden, welche 23 Proc. Lauge enthalten soll.“ „Die Aechtheit der Potasche erkennt man, wenn sie im Feuer nicht knistert und sich im Wasser völlig auflösen läßt.“ Der (ungenannte) Verfasser theilt mit, die Anzahl der Auslauge-Bottiche könne man sehr vermindern, wenn man jeden einzelnen so groß macht, daß so viel Asche hineingeht, als in 30 kleine.

„Die Gelehrten wiegen die Lauge, und bestimmen ihre gewissen Grade; es ist dieß jedoch nicht nöthig, denn so lange ein Ei, ein Stük Bernstein oder Seife darin schwimmt, ist sie von gehöriger Stärke; sinken aber obige Sachen zu Boden, so ist die Lauge zu schwach.“ Nein, der Verf. ist sicher, daß man ihn nicht zu den sogenannten „Gelehrten“ rechnen wird. Der Verf. sagt von der russischen Potasche an einer Stelle: sie werde von der amerikanischen um Vieles übertroffen; an einer andern Stelle: sie werde von den Seifensiedern jeder andern vorgezogen. Das Leztere ist vermuthlich das Richtige, denn der Verf. gibt den Grund an, nämlich daß die russische Potasche „gewöhnlich von altem stinkendem Wald-Sumpfwasser bereitet wird“. — Die Streichgarn-Vorspinnkrempel von Götze und Hartmann in Chemnitz. Diese sehr interessante und dankenswerthe Mittheilung ließe nur eine größere Ausführlichkeit sowohl der Zeichnungen, als der Beschreibung wünschen. Die Maschine tritt in der Tuchfabrication an die Stelle der Lokenmaschine, und macht die Vorspinnmaschine überflüssig, indem sie sogleich aus dem zum leztenmale gekrazten Vließe fertiges und aufgespultes Vorgespinnst liefert. Es ist ein höchst bemerkenswerther Umstand, daß nach vielfältiger Erfahrung diese Fabricationsmethode ein tadelloses Tuch liefert, ungeachtet die (sonst zu einer guten Walke für unerläßlich gehaltene) gekräuselte Lage des Wollhaars in der Loke und dem