Text-Bild-Ansicht Band 83

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Vorgespinnste wegfällt, und vielmehr das Leztere nach Art des Vorgespinnstes aus Baumwolle, d. h. mit fast parallel ausgestrektem Haare, erzeugt wird. Zur Geschichte der Erfindung kann bemerkt werden, daß eine Vorspinnkrempel nach gleichem Principe schon 1831 in England69), 1835 in Frankreichs70) patentirt wurde, und mehrere andere Versuche der Art früher in verschiedenen Ländern gemacht worden sind.71)

1841, Nr. 1: Hydraulische Presse und Kalander der sächsischen Maschinenbauwerkstatt in Chemnitz. Beide Maschinen sind in kleinen Skizzen ohne alle Details dargestellt; die Beschreibungen können eigentlich kaum diesen Namen führen. An der hydraulischen Presse ist etwas Eigenthümliches durchaus nicht zu bemerken. Die sogenannte Kalander ist ein kleines Walzwerk mit zwei gußeisernen Cylindern, und zum Glätten des Papiers für Buchdruker, Kupferdruker etc. bestimmt. — Nr. 2: Cylinder-Bohrmaschine, von Kurz (Wieck?). Eine sehr hübsche (der Angabe nach in Belgien und England gebräuchliche) Construction des Bohrkopfes zum Ausbohren großer Dampfmaschinen-Cylinder, wobei der Kopf mit seinen Schneiden durch eine lange Schraube, welche in einer Nuth der Bohrspindel liegt, längs lezterer fortgeführt wird, die Schraube selbst aber ihre Umdrehung durch ein um ein festliegendes Rad sich wälzendes Räderwerk empfängt. — Nr. 4: Spinnwürtel, von Haubold jun. Unter Spinnwürtel (an der Mulemaschine) wird das sogenannte Mendozarad (main douce der Franzosen, Mantausend-Scheibe mancher deutschen Spinner) verstanden, nämlich die Seilrolle in der Nähe des Strekwerkes, welche mittelst eines an ihr befindlichen Zahnrades von einem Getriebe an der Achse der vordersten Risselwalzen umgedreht wird, und vermöge des über sie geschlagenen endlosen Seiles den Wagen führt. Wenn man den wirksamen Durchmesser dieser Rolle verringert oder vergrößert, so wird für gleiche Geschwindigkeit der Strekwalzen der Gang des Wagens entsprechend langsamer oder schneller. Diesen Zwek hat die Haubold'sche Construction des Spinn- oder Auszug-Würtels, wobei dieser leztere ganz von Gußeisen und aus zwei parallelen Scheiben hergestellt wird, die durch ihre gegen einander gekehrten Randabdachungen den keilförmigen Seillauf (die Spur) bilden. Je mehr man die Scheiben von einander entfernt, desto tiefer sinkt das Seil hinein, auf einen desto kleineren Umkreis wirkt dasselbe demnach. — Briefwaage, von Liebscher; die gewöhnliche Zeigerwaage, wie sie z. B.

69)

Siehe polytechn. Journal Bd. XLVII. S. 361.

70)

Siehe Description des Brevets expirés XXXVI. 279.

71)

Vergleiche auch das sächsische Gewerbeblatt in Nr. 14 u. 16 von 1841.