Text-Bild-Ansicht Band 83

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in dem Grade durch blendendes Licht sich ausgezeichnet, wie die Benkler'schen, so müßte man sich wundern, daß nicht von irgend einer Seite her die Erfindung öffentlich zur Sprache gebracht wurde. Unsere Zeitungen und übrigen Tagesblätter Pflegen sonst in Anpreisungen, selbst viel geringerer Dinge, nicht träg zu seyn. Der Eindruk, welchen die schmale blendende Flamme einer Benkler'schen Lampe beim ersten Anblike macht, ist so überraschend, so sehr von dem alles anderen Lampenlichtes abweichend, daß er von den unwissendsten und unaufmerksamsten Personen mit Verwunderung bemerkt wird; und in Köln, wo seit wenigstens 6 Jahren ein Gewerbverein besteht, hat Niemand die Schasny'sche Lampe bemerkenswerth genug gefunden, um öffentlich ein Wort darüber zu sagen ? ? Es scheint, als könne man dieses Räthsel kaum auf eine andere Weise genügend lösen, als durch die Annahme, Sch. habe die Sache wieder aufgegeben, bevor er sie zur Vollkommenheit gebracht hatte. Unmöglich ist dieß um so weniger, als auch an andern Orten, und nach Bekanntmachung der Benkler'schen Lampen, die fehlerfreie Nachahmung dieser lezteren manchen Arbeitern nur nach vielem Probiren, anderen gar nicht gelungen ist. So einfach nämlich der Apparat ist, so mannichfaltig und zum Theil kleinlich sind die Punkte, von welchen der gute Erfolg bei der Ausführung und Anbringung desselben abhängt. Wie dem nun auch sey, so geht es (allgemein und ohne Beziehung auf Sch. gesprochen) der in Rede stehenden Lampen-Construction gerade wie einer Menge anderer, großer und kleiner Erfindungen: es häufen sich die Reclamationen von dem Augenblike an, wo einer das Glük gehabt hat entschieden günstige Resultate zu erlangen; und es wird zulezt außerordentlich schwer, in Ansehung der Priorität Recht zu sprechen. Viele von den Mißverständnissen, welche der Benkler'sche Lampenstreit hervorgerufen hat, fanden ihren Grund darin, daß der Begriff des Titels „Erfinder“ so schwankend ist. Fast jeder Erfindung gehen bis zu ihrer Vollendung, bis zu ihrem Auftreten im gereiften Zustande, eine Menge mißglükter oder halbgelungener Versuche voraus. Verdient deßhalb immer der erste, welcher sich mit dem Gegenstande beschäftigte, vorzugsweise den Erfinder-Titel? Die Entscheidung wird noch schwieriger in dem Falle, wo der nämliche Gegenstand von Zweien oder gar Mehreren ungefähr zu gleicher Zeit angegriffen wird, ohne daß der Eine von dem Anderen Kenntniß hat; und ein solches Beispiel scheint mir in den sogenannten Oehlgaslampen vorzuliegen.