Text-Bild-Ansicht Band 83

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XVIII. Verhandlungen des Gewerbvereins in Koblenz.

Jahrgang 1839, Nr. 9–12.72)

Nr. 9: Ueber einen neuen Alaun; von Mohr (siehe polytechn. Journal Bd. LXXVII. S. 374). — Nr. 10: Ueber Schmiedeblasbälge; von Mohr (siehe polytechn. Journal Bd. LXXVIII. S. 18). — Nr. 11: Ueber die Brükenwaage; von Mohr (siehe polytechn. Journal Bd. LXXVIII. S. 195). — Ueber die Anwendung erhizter Gebläseluft bei Schmiedefeuern; von Mohr. Es wird hier einiger Unannehmlichkeiten der Windheizungsapparate gedacht (namentlich des zuweilen eintretenden Wegschmelzens der Form und der nicht selten nothwendigen Reparaturen am Apparat überhaupt), um derentwillen es fast räthlich scheine, nach dem Gegentheile umzulenken, nämlich die Blasform durch circulirendes Wasser kühl zu halten. Dieser Ansicht kann ich nicht seyn. Ich kenne mehrere Feuerarbeiter in Hannover und der Umgegend, welche sich seit einigen Jahren ununterbrochen der heißen Gebläseluft in ihren Essen bedienen, und dabei mit keinen Schwierigkeiten der vorgedachten Art zu kämpfen haben. Es wird ohne Zweifel viel von einer umsichtigen Regierung des Feuers abhängen, um ein Schmelzen der Form zu vermeiden; und im schlimmsten Falle kann man eine beschädigte Form schnell gegen eine vorräthige neue austauschen, wozu der Apparat jederzeit eingerichtet seyn sollte. Die überall bestätigte große Kohlenersparniß bei Anwendung des heißen Windes ist ein zu wichtiger Punkt, um sie sogleich wieder aufzugeben, wenn man auf einzelne Schwierigkeiten stößt, die, der Erfahrung nach, leicht zu beseitigen sind. — Nr. 12: Lastwaage mit hölzernem Waagebalken; von Mohr. Der Verf. hat die von ihm früher bei eisernen Waagen zur Verstärkung des Balkens angewendete Construction auch auf große Waagen in der Art übertragen, daß er den Balken von Holz macht. Die hölzerne Zunge ist in den Balken fest eingezapft. Ueber die Zunge nach den Enden beider Arme hin laufen Eisendrähte von 2 bis 3 Linien Dike, welche am Ende schief durch den Balken hindurchgestekt und unterhalb desselben durch Muttern sowohl befestigt als angespannt werden. In der Mitte des Balkens geht durch denselben die stählerne Schneide, mit welcher er auf der Unterlage spielt. Eine solche Waage, deren Balken 3½ Fuß Länge, 1 Zoll Dike und in der Mitte 2½ Zoll Höhe hatte, wobei ein Eisendraht von ¼ Zoll Dike angebracht war, trug ohne Beschädigung das größte Gewicht, welches in den Schalen Plaz hatte, nämlich 14 Cntr. Die Einfachheit und Wohlfeilheit dieser Waage empfiehlt sie offenbar sehr.

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Diese Zeischrift wird nicht mehr fortgesezt.

A. d. R.