Text-Bild-Ansicht Band 83

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constantem Niveau (mit Oehlflasche) der Oehlbedarf zu dem genannten Behufe nicht über 110 Gran beträgt. Bei unseren Versuchen verhielt sich die Lichtstärke der Lampe ohne Vorrichtung zu jener der Lampe mit Vorrichtung wie 45 zu 100; bei den Frankfurter Versuchen hingegen nur wie 33 zu 100. Die relative Leuchtkraft war bei uns:

mit Vorrichtung = 2.4/278 = 0.00863;
ohne = 1.08/162 = 0.00666,

also im lezteren Falle reichlich drei Viertel von der des ersteren Falls, wogegen, wie oben gezeigt, in Frankfurt das Resultat sich auf wenig mehr als die Hälfte stellte. Ich darf anführen, daß wir die Lampe durch 5 Stunden in ununterbrochenem Brennen hielten und während der Zeit 5mal auf ihre Lichtstärke prüften, wodurch nothwendig ein genaueres Resultat hervorgehen mußte, als bei einem Versuche, der nur 1 Stunde dauerte. Mit der Benkler'schen Vorrichtung schwankte die Lichtstärke unserer Lampe (jene der Wachskerze = 1 gesezt) zwischen 2.61 und 2.13; ohne die Vorrichtung zwischen 1.18 und 1.02: das Licht war also in beiden Fällen ziemlich gleichmäßig. — Wenn ich annehmen darf, durch das Vorstehende gezeigt zu haben, daß die in Frankfurt geprüfte Lampe, als sie ohne die Benkler'sche Vorrichtung gebraucht wurde, sich in einem Zustande befunden haben müsse, der sie ganz untauglich machte, einen Repräsentanten der gewöhnlichen (guten) Lampen-Construction vorzustellen; daß also hiernach der Vorzug der Benkler'schen Lampen weit überschäzt worden ist, indem man ihn aus den Frankfurter Versuchen folgerte: so bin ich ferner genöthigt, noch weiter zu gehen. Nach Heeren's und meinen Erfahrungen scheint es zwar keinem Zweifel unterworfen zu seyn, daß die Benkler'sche Vorrichtung bei Lampen mit engen Dochten (½ Zoll und weniger im Durchmesser) die Verbrennung auf bedeutend vortheilhaftere Weise (mit größerer Lichtentwiklung) bewirkt; es hat sich uns aber auch das Resultat ergeben, daß bei Lampen mit Dochten von mehr als 6 Linien Durchmesser der Vortheil ganz oder größtentheils verschwindet, indem alsdann zwar die Helligkeit der Flamme ebenfalls durch die Vorrichtung sehr erhöht, zugleich aber auch der Oehlverbrauch entsprechend gesteigert wird. Nichtsdestoweniger behalten die Ruhl-Benkler'schen Lampen eigenthümliche Vorzüge durch die vortreffliche Weiße ihrer Flamme, und dadurch, daß zur Hervorbringung gleicher Lichtstärke eine kleinere (daher wohlfeilere und weniger Raum einnehmende) Lampe genügt. — Nachdem in Frankfurt angestellten Versuche verhielt sich für gleiche