Text-Bild-Ansicht Band 83

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sich in dem 2. Jahrgange eine fleißige und sorgfältige Redaction zu erkennen gibt.

Ich führe die bedeutenderen Original-Mittheilungen der beiden Jahrgänge an:

Jahrg. 1840: Die Seidenzucht im Kanton Solothurn; von Zetter. Geschichtliches über die Entstehung der dortigen Seidenzucht (seit 1834), Beschreibung (mit Abbildung) der nach französischem Muster eingerichteten Magnanerie, und Beschreibung der Raupenzucht. Die Zucht des Jahrs 1839 ergab (ohne die Flokseide zu rechnen) 182 Pfd. Cocons, worunter 2 Pfd. fehlerhafte; der Ertrag an gehaspelter Seide war nahe 15 Pfd; also 1 Pfd. aus 12 Pfd. Cocons, was dem gewöhnlichen Durchschnitte gleich kommt. Zu 1 Pfd. gelber Seide gingen 5103, zu 1 Pfd. weißer 3205 Cocons auf; hiernach scheinen ungefähr 425 gelbe oder 267 weiße Cocons 1 Pfd. (½ Kilogramm) gewogen zu haben. Auch dieses (von frischen, nicht ausgetrokneten Cocons zu verstehende) Resultat stimmt mit dem anderwärts erhaltenen gut überein, und zeigt, daß die weißen Cocons ziemlich groß und schön gewesen seyn müssen. — Rauchverzehrende Feuerung; von Schinz. Der Verf. richtete eine Kesselfeuerung so ein, daß der 3.6 Meter lange, unter 10 bis 20° Neigung gegen die Horizontale ansteigende Rauch-Canal unter sich einen parallelen und eben so langen Luftcanal hatte, von dem er durch eine Scheidewand aus Eisenblech getrennt war. Dieser Luftcanal hatte seinen Eingang an einer unter dem Schornsteine gelegenen Stelle, und mündete am anderen Ende unter dem Roste in den Aschenfall, der übrigens verschlossen war. Die einziehende Luft strich also unter der erhizten Eisenplatte hin und gelangte erwärmt in das Feuer. Hierdurch ist der Effect erreicht worden, daß, wenn das Feuer einmal ordentlich angezündet war, kein Rauch aus dem Schornsteine strömte, der jedoch sogleich zum Vorschein kam, wenn man den Luftcanal verschloß und die Zugluft auf gewöhnliche Weise direct durch den Aschenfall eintreten ließ. Es ist übrigens gar nicht gesagt, mit welchem Brennmaterial geheizt wurde, und eben so wenig liegen Beobachtungen darüber vor, ob und in welchem Maaße eine Brennstoff-Ersparung aus der Anwendung der erwärmten Zugluft hervorging. Der Lufterwärmungs-Apparat ist eine zwekmäßige Vereinfachung der in Mühlhausen bei Dampfkesselfeuerungen versuchten Construction (s. polytechn. Journal, Bd. LXV. S. 81), und scheint für kleine Feuerungen Empfehlung zu verdienen. — Mechanische Hürdengerüste (für Trokenhäuser); von Schinz. Die Einrichtung derselben möchte doch wohl für die allermeisten Fälle viel zu künstlich, daher kostspielig, und selbst nicht