Text-Bild-Ansicht Band 83

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einmal ganz bequem seyn. — Ueber die Zubereitung des Torfs; von Schinz. Es wird mitgetheilt, der Gewerbverein in St. Gallen habe mit bestem Erfolge das Verfahren in Anwendung gebracht, den frischen nassen Torf auf einer Mühle (nach Art der Obstmühlen) in Brei zu zermahlen, und lezteren in Formen zu Ziegeln zu streichen, die sodann an der Luft getroknet wurden. Abgerechnet das Mahlen (welches wohl schwerlich Jemand für eine im Großen praktisch anwendbare Methode halten wird) ist hierin nichts Neues. Der Verf. empfiehlt, nach eigenen Versuchen, angelegentlich die Torfkohle, und führt über die Leistungen derselben bemerkenswerthe Dinge an. Er versichert, daß, um 1 Kubikfuß Wasser in Dampf zu verwandeln, von gutem Torf 28 Pfd., von Torfkohle aber nur 5 Pfd. erforderlich seyen. Ohne Zweifel hat man hierunter das Pfund = ½ Kilogramm und den Fuß = 3 Decimeter zu verstehen, in welcher Voraussezung 1 Kubikfuß Wasser 54 Pfd. wiegt. Es würde also 1 Pfd. Torf 1.9286 Pfd. oder 61.7 Loth Wasser, 1 Pfd. Torfkohle dagegen 10.8 Pfd. oder 345.6 Loth Wasser verdampfen, folglich die Heizkraft der Torfkohle über 5½mal so groß seyn, als die eines gleichen Gewichtes Torf. Dieses Resultat ist in ungeheurem Grade unrichtig; denn selbst wenn man die Torfkohle der Holzkohle gleich sezt (welcher sie doch ihres größeren Aschengehaltes wegen nachsteht), kann nach vielfältigen Erfahrungen die Torfkohle nur 2 bis 2½mal so viel leisten, als Torf. Auf folgende Weise läßt sich die Irrigkeit des von Schinz angegebenen Resultates noch schlagender darthun: er erwähnt, daß ihm sein Torf bei Verkohlung im Meiler 31 Gewichts-Procent Kohle gegeben habe. Aus 28 Pfd. Torf kommen mithin 8⅓ Pfd. Kohle; und heizten wirklich 5 Pfd. Kohle eben soviel als 28 Pfd. Torf, so betrüge die Heizkraft der 8⅔ Pfd. Torfkohle sehr nahe 1¾mal so viel, als die Heizkraft des Torfes, woraus sie entstanden sind. Eine solche Behauptung ist noch nie aufgestellt worden, und man darf in die Worte des Verf. einstimmen: „Dieses Ergebniß ist so vortheilhaft, daß man Mühe hat daran zu glauben.“ Die Erklärung, welche er davon zu geben versucht, indem er behauptet: der Torf, selbst bei höherer Temperatur getroknet, enthalte noch an 33 Procent Wasser, ist unzulässig; denn ein so großer Wassergehalt kommt selbst in bloß lufttroknem Torfe nicht vor.

Jahrg. 1841: Holzerne Behälter zur Aufbewahrung des Eises über der Erde. An den von Jeuch angegebenen Eisbehältern (s. polytechn. Journal, Bd. LXXVIII. S. 76) hat Laue in Wildegg einige auf Erfahrung gegründete Verbesserungen angebracht, welche hauptsächlich in Folgendem bestehen: 1) der