Text-Bild-Ansicht Band 83

Bild:
<< vorherige Seite

mannichfaltige Artikel, mehr anregend als ergründend, mehr historisch als technisch. Den besseren Zeitschriften dieser Art eifert das innerösterreichische Gewerbblatt, nach den bis jezt vor mir liegenden Nummern zu urtheilen, auf lobenswerthe Weise nach. Es ist ziemlich viel Frische, Lebendigkeit, Streben nach Anschließung an das heimathliche Gewerbwesen bei Aufmerksamkeit auf das Fremde darin. Aber bedeutende Original-Arbeiten darf man in der Regel nicht suchen. Unter diesen Umständen geht es nicht an, aus dem Inhalte viel zu referiren, ungeachtet öfters interessante Notizen sich vorfinden, welche unter den Rubriken: „Miszellen“„Bemerkungen, Vorschläge und Fragen“„Inländisches“„Industrielle Tageszeitung“ an einander gereiht sind. Mit Angabe der Quellen ist die Redaction bei den kleinen Notizen nicht sehr ängstlich, was ich nicht als einen Vorwurf ausspreche, sondern nur um die Bemerkung zu machen, daß dadurch den Lesern das Verfolgen und die Benuzung einer sie etwa ansprechenden Nachricht so wie theilweise das Urtheil über deren Zuverlässigkeit fast unmöglich gemacht wird Ohne Quellen-Nachweisungen werden Journale wie das gegenwärtige zu fliegenden Blättern, deren Inhalt zu neun Zehntheilen nach einem Vierteljahre werthlos ist, weil er nur die Neugier des Augenbliks zu befriedigen berechnet war, während sie bei entgegengeseztem Verfahren in vielen Beziehungen ein dauernd nüzliches Archiv oder Repertorium seyn könnten.

In Nr. 8 und 9 theilt Prof. v. Aschauer in Grätz die Beschreibung und skizzirte Abbildung einer Turbine mit, welche von dem Erfinder Fourneyron selbst erbaut und in der Baumwollspinnerei zu Haidenschaft in Krain im Gange ist. Diese Spinnerei enthält 15,000 Feinspindeln, auf welchen Garne von Nr. 14 bis 40 gesonnen werden. Rechnet man auf je 400 Spindeln eine Pferdekraft, so würde, selbst wenn alle Maschinen ohne Ausnahme gleichzeitig im Gange wären (was doch niemals in einer Spinnerei der Fall ist) die Betriebskraft = 37½ Pferdekräfte seyn. Das Gefälle beträgt 13 Wiener Fuß; die aufgewendete Wassermenge ist nicht ausgemittelt; Fournehron forderte aber 42 Kubikfuß per Secunde, woraus — da 1 Kubikfuß = 56.5 Pfd., und 1 Pferdekraft = 420 Wiener Pfund 1 Fuß hoch per Secunde ist—die rohe Wasserkraft = 42 × 56.5 × 13/420 = 73.45 Pferdekräften folgt. Die Turbine gebe hiernach nicht mehr als 37.5 × 100/73.45, d. i. 51 Procent Nuzeffect, was noch dazu als das Maximum anzusehen ist. Nach der strengeren Art, wie Aschauer calculirt, kommen nur 43½ Procent heraus. Gegen diese Berechnung