Text-Bild-Ansicht Band 83

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Hösel selbst her, welcher sich für seine Methode 1833 in Oesterreich patentiren ließ. Er übergießt die völlig wagrecht gelegte und mit einem Rande von Glaserkitt eingefaßte Kupferplatte 4 bis 5 Linien hoch mit aufgelöster Hausenblase, legt diesen Gallert-Abguß in Alkohol, wenn er sich verkleinern, oder in reines Wasser wenn er sich vergrößern soll; troknet ihn, und drukt ihn endlich mittelst einer sehr kraftvollen hydraulischen Presse in eine Zinnplatte ab, welche sodann zum Abdruk wie eine gestochene Platte gebraucht werden kann. Das Interessante hiebei ist, daß die Reliefzüge der Hausenblasen-Tafel sich durch einen starken aber langsam gesteigerten Druk unverändert in Zinn einprägen lassen. Jedenfalls bleibt aber die ganze Procedur eine bloße Merkwürdigkeit, von welcher eine technische Anwendung erst dann zu erwarten seyn möchte, wenn es gelänge, dem Verfahren mehr Einfachheit und Sicherheit zu verleihen. — Chemische Analyse des Kühkothsalzes78); von Specz. Der Verf. fand in 100 Theilen: 38.64 phosphorsaures Natron, 8.00 phosphorsauren Kalk, 4.10 schwefelsaure Bittererde, 3.92 Kochsalz, 45.00 Wasser (Verlust 0.34), und lehrt dieses Salz bereiten durch Neutralisirung unreiner Phosphorsäure mit käuflicher Soda. — Ueber die Gewinnung schnittfreier Häute beim Abhäuten des geschlachteten Rindviehes. Der Verein hat diesem Gegenstande eine sehr anhaltende und gründliche Aufmerksamkeit gewidmet, und es sind in allen vier Heften hierauf bezügliche Mittheilungen enthalten. Die Klage, daß durch grobe Sorglosigkeit der Fleischer die Häute sehr oft und in großer Menge Schnitte erhalten, welche den Werth des daraus gefertigten Leders bedeutend veringern, ist in Deutschland eine ziemlich allgemeine. Unter den vorgeschlagenen Mitteln, diesem Uebel abzuhelfen, schien eines am meisten Erfolg zu versprechen, nämlich: das Abhäuten erst nach vorausgegangenem Aufblasen der Haut mittelst eines Blasebalges vorzunehmen, wie dieß in Paris üblich ist. Das Zellgewebe zwischen Fleisch und Haut lokert sich dadurch und gibt dem Messer mehr Raum zur Bewegung, so daß Schnitte in die Haut leichter (wenn gleich auch nicht gänzlich) zu vermeiden sind. Nachdem die Untersuchung in dieser Beziehung geschlossen war, bot sich ein noch einfacheres und noch sichreres Mittel dar, das Verschneiden der Häute gänzlich zu verhüten. Der Lederfabricant Weeger zu Brünn hat nämlich ein Messer zum Abhäuten erfunden, welches zu dem eben gedachten Ziele führt. Es ist von der Gestalt der gewöhnlichen Schlächtermesser, aber auf der linken Fläche mit einem durch zwei Schrauben befestigten Blechdekel versehen, über dessen Rand

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S. polytechn. Journal, Bd. LXXVII. S. 291.