Text-Bild-Ansicht Band 83

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hinaus die Schneide nur um ¼ Linie vorspringt. Der Dekel kommt bei der Arbeit an die Haut zu liegen, und verhindert die Schneide, in dieselbe einzudringen. — Chemische Untersuchung zweier Bleiweiß-Sorten; von Löwe.

A war sogenanntes Kremserweiß aus Kärnthen;

B ein von dem Fabricanten Spörlin in Wien bereitetes und vorgelegtes, welches vorzüglich gut deken soll. Die Durchschnitts-Resultate der Analyse waren folgende

A B
Bleioxyd 86.600 87.035
Kohlensäure 10.949 10.970
Hydratwasser 2.216 1.734
Hygroskopisches Wasser 0.258 0.300
–––– ––––
100.023 100.039

Bei so naher Uebereinstimmung scheint es doch wohl gewagt, die größere Dekkraft des Bleiweißes B aus dem um kaum ½ Procent geringeren Wassergehalte herzuleiten. Offenbar enthalten beide Sorten 2 Mischungsgewichte kohlensaures Bleioxyd gegen 1 Mg. Bleioxydhydrat. — Beschreibung der von Madersperger in Wien erfundenen Nähmaschine (zum Abnähen oder Steppen von Bettdeken u. drgl.). Der Erfinder hat, wie es scheint, die Construction von Nähmaschinen zu seiner Lebensaufgabe gemacht; denn schon vor mehr als 30 Jahren (1808) beschäftigte er sich damit, und nachher besserte und änderte er zu verschiedenen Zeiten daran. Es ist Schade, daß so viel Beharrlichkeit und ein unverkennbares Talent an einen so unfruchtbaren Gegenstand verschwendet worden sind. Die gegenwärtige Maschine macht, da die zwei Nadeln derselben (welche das Oehr nahe an der Spize haben) nicht ganz durchgestochen, sondern jedesmal wieder zurükgezogen werden, eine Art Naht, welche von den sonst gebräuchlichen durchaus verschieden ist. Handarbeit ist dabei, außer den Verrichtungen des Mechanismus, ebenfalls nothwendig. Man kann zuversichtlich sagen, daß eine Nähmaschine nach den vorliegenden Principien niemals praktischen Werth erlangen wird, wäre es auch nur darum, weil ihre Arbeit immer viel kostspieliger seyn muß, als reine Handnäherei.