Text-Bild-Ansicht Band 83

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LXII. Miszellen.

Sauvage, über die Explosionen in mehreren Hohöfen des Departements der Ardennen.

Nach einem detaillirten Bericht über die in den Hohöfen des Arrondissement Mezières stattgehabten Explosionen entwikelt Hr. Sauvage seine Ansichten über die Ursachen, welchen diese Unglüksfälle zuzuschreiben sind, wie folgt:

„Ich finde mich zu glauben veranlaßt, daß die Hauptursache dieser Unglüksfälle in der Anwendung gerösteten Holzes liegt. Die Explosionen fanden nur bei unregelmäßigem Gang der Oefen statt und jeder gingen Stürze des Erzes und heftiges Herabfallen der Beschikung voraus. Unter diesen Umständen kann und muß wohl eine große Quantität Brennmaterials, noch ehe es vollkommen verkohlt ist, zu der Zeit im Gestell ankommen, wo die Temperatur gerade am höchsten ist; sogar noch ganz roh kann es dahin gelangen. Hier ist es nun auf einmal einem bedeutenden Hizgrad ausgesezt, zersezt sich rasch und es entwikeln sich in sehr kurzer Zeit große Quantitäten entzündlichen Gases. Dieses Gas kann sich in den leeren Räumen ansammeln, welche sich zwischen den den Ofen füllenden Substanzen bilden und unbestreitbar in dem Augenblik existiren, wo der Gang unregelmäßig ist und die Stürze häufig sind. Es findet sich in geringer Entfernung über der Form, manchmal sogar bei sehr hoher Temperatur vor derselben, und wird zugleich durch das Gewicht der herabfallenden Substanzen comprimirt. Kein Wunder also, daß es sich mit dem Sauerstoff der Luft verbindet, da es sich in einer Zone des Apparats befindet, wo dieser Sauerstoff noch nicht erschöpft ist; daher die Explosion und das Umherwerfen der Substanzen außerhalb des Ofens entweder durch die Gicht oder durch den Tümpelstein, je nachdem der Widerstand größer ist, von der einen oder von der andern Seite.

Diese Erklärung bietet sich zuerst dar; doch kann man nicht läugnen, daß sie mehrere gewichtige Einwürfe zuläßt. Es ist z. B. schwer anzunehmen, daß eine Explosion anders eintreten kann, als durch die frei entstehende Verbrennung. eines schon gebildeten Gemenges von Sauerstoff und brennbarem Gase. Ein solches ist aber in den Oefen, wovon die Rede ist, offenbar nicht vorhanden. Andererseits scheint die Explosion, wenn diese Erklärung richtig ist, augenbliklich eintreten zu müssen, während man im Gegentheil gesehen hat, daß das Auswerfen bei der Gicht mehrere Minuten dauern konnte.

Folgende Betrachtungen erklären die beobachteten Erscheinungen befriedigender. Man nimmt, wie eben geschehen, an, daß das Holz beinahe ganz roh in einem sehr erhizten Raum ankömmt und daß es dazwischen den Wölbungen eingeschlossen wird, welche sich in den Hohöfen häufig bilden, namentlich in solchen, wo schmelzbare Erze in kleinen Körnern angewandt werden. Die Spannung der durch die Destillation des Holzes erzeugten Gase und Dämpfe nimmt allmählich zu und es kömmt ein Augenblik, wo sie groß genug ist, um die Kruste halbflüssiger, halb fester Substanzen, welche ihr im Wege stehen, wie eine Bombe zu zersprengen. Diese Erklärung gibt hinlängliche Rechenschaft von den das Ereigniß begleitenden Umständen; es wird begreiflich, wie das Auswerfen bald durch die Gicht, bald durch den Tümpelstein stattfindet; warum die Explosion nicht plözlich eintritt und wie die successiven Detonationen entstehen.

Was die erhizte Luft betrifft, so kann sie bei diesen Vorgängen nur eine indirecte und völlig untergeordnete Rolle spielen. Ein Heizapparat für die Gebläseluft, welcher nicht regelmäßig wirken und dem in den Ofen eindringenden Wind sehr verschiedene Hizgrade mittheilen würde, müßte selbst in dem Gang große Störungen verursachen, Erzstürze und plözliches Herabfallen unverkohlten Holzes veranlassen, jene Agglomerationen, jene Hüllen von teigigen Substanzen erzeugen und folglich diese Gasentbindungen und Explosionen noch gefährlicher machen.

Im Allgemeinen scheinen die mit Flamme brennenden Brennmaterialien die Hauptursache der erwähnten Unglüksfälle zu seyn, und diese Ansicht wird auch