Text-Bild-Ansicht Band 83

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durch die Versuche bestätigt, welche über Schmelzen der Erze mit roher Steinkohle angestellt wurden. Es scheint, daß bei diesen Versuchen häufig Explosionen und ein Auswerfen der Substanzen stattfinden. Man wird sich hiebei erinnern, daß die Anwendung trokenen oder wenig gerösteten Holzes die Erzstürze häufiger machte, was wenigstens ich in den Hüttenwerken des Depart. der Ardennen zu beobachten Gelegenheit hatte. Es ist übrigens einleuchtend, daß alle Umstände, welche Störungen in den Gang des Ofens zu bringen geeignet sind, zur Veranlassung solcher Unglüksfälle beitragen, und so könnte auch die erhizte Gebläseluft, schlecht angewandt, in vielen Fällen wirken.

Die aus dem Vorausgehenden zu ziehende Folgerung ist keineswegs, daß man die Anwendung des Holzes, noch weniger die der erhizten Luft, aufgeben soll; man müßte denn auf alle Fortschritte im Eisenhüttenwesen verzichten; die besten Dinge haben ihre schwache Seite und können Mißbräuche eintreten lassen. Man müßte dann auch die Dampfschifffahrt aufgeben, weil schon einige Dampfkessel explodirten, die Ausbeutung der Steinkohlenlager verbieten, weil das Wasserstoffgas in den Gruben schrekliche Verheerungen anrichtet, sich mit den gewöhnlichen Straßen begnügen, weil ein Eisenbahn-Waggon aus den Schienen trat oder an einen andern rumpelte. Andererseits gehen viele Oefen vortrefflich mit geröstetem Holz und heißer Luft. Was zu thun ist, da die Ursache des Uebels in dem unregelmäßigen Gang der Schmelzvorrichtung liegt, das ist, diesen Gang gleichförmiger und vollkommener zu machen. Wir können übrigens hierüber nur einige allgemeine Andeutungen geben.

Es muß in der Zusammensezung der Beschikungen des Hohofens größere Sorgfalt eintreten, als gewöhnlich stattfindet, es sollen immer dieselbe Quantität gleichförmig zugerichteten Brennmaterials, Erze von gleichem Gehalt und gleicher Schmelzbarkeit und von gleichem Grad der Trokenheit eingetragen werden; das Gebläse muß vollkommen regelmäßig seyn; es soll zu jeder Zeit dieselbe Quantität Windes, unter gleichem Druk und gleicher Temperatur eintreten, und jeder Heizapparat der Gebläseluft, welcher nicht eine gleichmäßige, oder doch beinahe gleichmäßige Temperatur hervorbringt, müßte abgeändert werden. Auch müßte man, wenn man bemerkt, daß das bloß getroknete Holz die Ursache der häufigen Stürze ist, es etwas stärker rösten.“ (Echo du monde savant, 1841, No. 673.)

Ueber Elektricitäts-Entwikelung bei der Fabrication des endlosen Papiers.

Bei einer Papiermaschine, welche mit Trokencylindern versehen ist, zeigen sich an dem endlosen Papierbande, so wie dasselbe den Trokenapparat verläßt, sehr deutliche, schon dem bloßen Gefühle, ohne alle Anwendung von Elektroskopen wahrnehmbare Spuren von Elektricität. Es liegt nun wohl ganz nahe, diese Elektricität der Verdunstung des Wassers zuzuschreiben, obwohl es auch dann noch immer sonderbar bliebe, daß das mit der ganzen Oberfläche auf dem metallenen Trokencylinder aufliegende Papierblatt, welches außerdem noch über eine kupferne Leitungswalze geht, nicht alle Elektricität verliert, welche es etwa durch die Verdunstung des Wassers erlangt haben könnte.

Diese Erklärung ist jedoch unrichtig. Bei der Maschine nämlich, an welcher diese Beobachtung angestellt wurde, kann das Papier, nachdem es den Trokenapparat verlassen hat, durch ein Satinoir geleitet werden, welches aus drei vertical übereinander laufenden, in einem besondern Gestelle befindlichen gußeisernen Cylindern besteht, welche entweder bloß mit ihrem eigenen Gewichte übereinander laufen, oder aber auch mittelst Drukschrauben stark zusammengepreßt werden können. Alle drei Cylinder können mittelst Dampf erhizt werden.

Erst wenn man nun das Papierband durch diese Cylinder laufen läßt, tritt die Elektricität auf eine merkwürdige Weise hervor. Augenbliklich entsteht ein starkes Knistern; schon auf eine bedeutende Entfernung äußert sich für das Gesicht das spinnennezartige Gefühl und die Haare sträuben sich empor. Zieht man die Drukschrauben an, so verstärken sich diese Phänomene auffallend und erreichen den höchsten Grad, wenn die Cylinder gewärmt werden. Alsdann geht das Knistern in ein fortdauerndes Rauschen über, und wenn man den Knöchel der Papierfläche nähert, sieht man des Abends, wenn das Satinoir nur nicht von directem Lampenlichte