Text-Bild-Ansicht Band 83

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und in demselben Augenblik Hrn. v. Las Cases' Verwandter und ich von einer eisigen Kälte ergriffen und in Folge des plözlich entstandenen diken Nebels in die vollkommenste Finsterniß versezt waren; ein kleines, 6 Linien dikes, zum Erhellen des Apparats dienendes Fensterchen von etwa 6 Zoll Durchmesser war zersprungen; die Trümmer desselben wurden heftig weggeschleudert, nachdem sie einen, zum Schuze der Maschine gegen die Sonnenstrahlen angebrachten breiten, leinenen Vorhang durchlöchert hatten. Viele durch das Getöse der Explosion herbeigezogene Leute hoben eilig die mehr als 100 Meter weit geschleuderten Glassplitter auf; einer brachte zu unserm großen Erstaunen ein Stük Filz, welches als von meinem Hute kommend erkannt wurde, und wir fanden nach und nach auch alle Trümmer desselben. Unser Versuch war also wieder fehlgeschlagen; denn wir hatten bei weitem keine 3 Atmosphären Druk. Endlich beschloß ich, keinen andern Versuch mehr, als mit meinem eigenen Apparat anzustellen.

Ich habe schon erwähnt, daß die uns verfügbar gewesene Dampfmaschine durchaus dem Zwek nicht angepaßt war. Im Interesse der Wissenschaft muß ich auch mit ein paar Worten unserer Pumpen zum Comprimiren der Luft erwähnen, deren Verfertigung anfangs große Schwierigkeiten darbot und uns lange Zeit in unserer Operation aufhielt. Man wird zwar ohne Zweifel sagen, daß die Compressionspumpen nichts Neues seyen, daß man deren zur Fabrication der gashaltigen Wässer, zu Hohofengebläsen u. s. w. hat. Nichtsdestoweniger wurde es mir schwer, gute Pumpen zu erhalten, obwohl ich mich an die berühmtesten Mechaniker in Paris wendete. Ich bedurfte einer großen Masse Luft bei Hochdruk und Pumpen, welche mehrere Monate ohne Unterbrechung fortarbeiten konnten; dieß war eine unerläßliche Bedingung, welche ich mit den zuerst bestellten Pumpen mit Messingventilen nicht erreichen konnte. Diese Pumpen mit Klappen geben das beste Resultat, wenn es sich um Hebung des Wassers handelt; zur Compression der Luft aber würde man sich mit Unrecht desselben Resultates versehen. In der That ist das Wasser ein beinahe nicht zusammendrükbarer Körper, die Luft aber ein höchst elastischer. Wenn Wasser gehoben werden soll, folgt aus seiner Unzusammendrükbarkeit, daß, sobald der Kolben seinen Druk auf die Flüssigkeit ausübt, seine ganze Kraft in demselben Augenblik sich durch Vermittelung dieser Flüssigkeit auch den Ventilen mittheilt. Diese Kraft wirkt also so stark als möglich und die guten Resultate derselben sind nur Folge davon. Soll hingegen Luft comprimirt werben, so verhält es sich ganz anders. Wenn die Maschine im Gang ist, wenn die Ventile ein gewisses Gewicht haben, was bei starken Pumpen unerläßlich