Text-Bild-Ansicht Band 83

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ist, so ist die Folge davon, daß der Kolben, welcher Anfangs wegen der Elasticität der Luft einen Widerstand erfährt, der beinahe gleich Null ist, für einen Augenblik eine sehr große Geschwindigkeit annimmt, während das Ventil hingegen in Folge seines Gewichts eine Kraft der Trägheit ausübt, die erst dann überwunden wird, wenn die Luft weit über den nöthigen Druk comprimirt ist. Daher ungleicher Gang, Stöße und das Verderben der Ventile; daher endlich eine schlechte Maschine, namentlich wenn es sich um eine unausgesezte und lange andauernde Arbeit handelt. — Dieß war der schwere Uebelstand, welcher den Erfolg unserer Arbeiten lange aufhielt und mich zulezt auf eine gute Construction der Ventile für Luftcompressionspumpen führte.

Sie besteht ganz einfach darin, die Messingklappen mit ledernen Ventilen zu ersezen. Diese viel einfachern und viel leichteren Ventile haben gar keinen der oben erwähnten Fehler; sie sind nicht anders construirt als ein gewöhnlicher Blasebalg, welchen ich bei der Verfertigung der neuen Pumpen, die mir die besten Resultate gaben, so viel als möglich nachahmte. Diese Pumpen bestehen aus einem ausgebohrten Cylinder, der auf einer gußeisernen Platte aufsizt, durch welche zwei Reihen Löcher gehen, die wie bei den gewöhnlichen Blasebälgen angebracht und mit ledernen Ventilen bedekt sind, welche wieder von ledernen Bändern gehalten werden. Das zum Saugventil ist im Innern des Cylinders angebracht, während das andere außen an derselben Platte sich befindet. Der Kolben der Pumpen ist voll und kann beständig mit einer Schichte Wasser bedekt gehalten werden, damit er sich leichter bewegt. Ich muß sogar beifügen, daß die Erfahrung mir bewiesen hat, daß das Wasser hiezu bessere Dienste leistet, als das Oehl. — Diese Einrichtung hatte ich meinen Luftpumpen gegeben, um die oben angegebenen Uebelstände zu umgehen und seitdem haben sie Monate lang Tag und Nacht gearbeitet, ohne der geringsten Reparatur zu bedürfen. Ich habe nun nur noch von der Wirkung der comprimirten Luft auf die Arbeiter und von den mit diesem Apparat erzielten Resultaten zu sprechen.

Die erste Erscheinung, welche man beim Uebergange aus der freien Luft in die comprimirte beobachtet, ist ein mehr oder weniger bedeutender Schmerz im Ohr. Dieser Schmerz beginnt bei den ersten Kolbenstößen und hört gewöhnlich auf, wenn das Queksilber im Manometer um einige Zoll gestiegen ist, d. h. sobald das Gleichgewicht des Druks zwischen der comprimirten Luft des Apparats und der im innern Ohr eingeschlossenen Luft hergestellt ist, was sich um so wahrscheinlicher so verhält, da das beste Mittel, den Schmerz verschwinden zu machen, eine Bewegung des Verschlukens durch Verschlingen