Text-Bild-Ansicht Band 83

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seines Speichels ist. Es muß bemerkt werden, daß dieser für manche Individuen kaum fühlbare Schmerz bei andern unerträglich ist. Bei manchen Personen (was aber der seltenste Fall ist) zeigt sich dieser Schmerz beim Eintritt in die comprimirte Luft gar nicht, und wird dagegen beim Herauskommen sehr lebhaft. Auch glaube ich hinzufügen zu müssen, daß die mehr oder weniger gute Disposition der Personen viel beiträgt, um ihn stärker oder geringer zu machen; denn ich habe es bei mir und oft bei andern bemerkt, daß man an einem Tag nur einen leichten Frost verspürte, während man am andern, unter anscheinend denselben Umständen, einen unerträglichen Schmerz empfand. Eine constante Erscheinung aber ist es, daß dieser Frost um so weniger fühlbar ist, je größer der Apparat ist und je mehr Zeit man dazu braucht, um von der freien Luft in die comprimirte, und von dieser in jene überzutreten; dieses haben auch alle Arbeiter bemerkt, so oft sie aus der Luftschleuße in den Schacht selbst übergingen.

Die zweite von der comprimirten Luft hervorgebrachte Erscheinung ist eine je nach dem Grade der Compression merkliche Beschleunigung der Verbrennung. Bei einem Druk von 3 Atmosphären war sie so beschleunigt, daß wir die Lichter mit Baumwolldocht gegen solche mit Leinendocht vertauschen mußten. Die erstern verbrannten so schnell, daß sie kaum ¼ Stunde dauerten, und verbreiteten außerdem noch einen unerträglichen Rauch. Mittelst der Leinenfäden wurde eine viel langsamere Verbrennung erzielt und der Rauch sehr vermindert. Diese Erscheinung ist übrigens durch die in dem gleichen Volumen Luft enthaltene größere Menge Sauerstoffs leicht zu erklären.

Die Temperatur des mit Luft von drei Atmosphären Druk erfüllten Schachts variirt zwischen 15 und 17° C. Es ist zu bemerken, daß bei 3 Atmosphären Druk die Pumpen, statt kalter Luft, Luft von ungefähr dieser Temperatur einführen, welche, ehe sie in den Schacht kömmt, nothwendig um vieles erkaltet seyn muß, da die Röhren an den Pumpen während der Arbeit constant 70 bis 75° C. zeigen. Eine andere Erscheinung ist die durch die Ausdehnung der comprimirten Luft hervorgebrachte Kälte. Im Augenblik, wo man den Hahn öffnet, um sich mit der atmosphärischen Luft in Communication zu sezen, bildet sich in dem Apparat eine Art Wolke, welche um so dichter wird, je schneller die Luft sich ausdehnt; eine Kälte, die bis zum Eisigen gehen kann, ergreift einen sogleich, und man befindet sich bald mitten in einem Nebel, der sich in nichts von den dichtesten Herbstnebeln unterscheidet, selbst nicht im Thongeruch, der ihm ganz eigenthümlich ist. Dieser Geruch ist sehr fühlbar, und war