Text-Bild-Ansicht Band 83

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Canal der Quelle ebenfalls eine gewisse Menge Wassers mit sich fortreißend, heftig entweicht.

Bei der uns vorgesezten Operation war es nicht nur darum zu thun, auf den ungefähr 20 Meter tief liegenden Boden zu gelangen, sondern man mußte auch mehrere Meter tief in denselben eindringen, um die bestimmte Verbindung des eisernen Rohres mit dem Boden herzustellen. Hiebei waren zwei Schwierigkeiten zu überwinden. Die erste war, unterhalb des untern Theils unseres Rohres hinabzusteigen, wo das Wasser eine constante Höhe behielt, weil bei dieser Höhe, wie unter der Tauchergloke, die Luft heftig entwich und die Loire auf mehr als hundert Schritte sprudeln machte. Andererseits lief der durch den Luftstrom ausgetroknete Sand wie in einer Sanduhr und verschüttete unsern Schacht in dem Maaße als wir tiefer eindrangen. Wir halfen diesem ersten Uebelstande dadurch ab, daß wir über diesem Punkt ein bewegliches Rohr anbrachten, welches eine provisorische Verbindung herstellen mußte.

Die zweite Schwierigkeit entsprach dieser provisorischen Verbindung selbst, welche, troz aller möglichen Vorsichtsmaßregeln Wasser hindurchließ; und als wir die Tiefe von 25 Meter erreichten, sezten wir nur mit der größten Besorgniß unsere Arbeiter einem Druk von 3½ Atmosphären aus, um den Austritt dieses Wassers durch die Fortschaffungsröhre zu erzwingen. In dieser Verlegenheit befanden wir uns, als der Zufall uns zu Hülfe kam.

Seit einiger Zeit konnten wir der comprimirten Luft kaum die gehörige Spannung geben, um das uns hindernde Wasser zurükzustoßen, oft sogar begegnete es uns, daß wir es gar nicht zum Steigen brachten. Wir befanden uns eines Tages in diesen Umständen, als ein Arbeiter aus Ungeschiklichkeit mit einer Hake auf die Fortschaffungsröhre hieb, wodurch sie ein Loch bekam. Das Wasser sprang nun mit Heftigkeit aus dem Ende der Fortschaffungsröhre und das Problem war gelöst.

Wirklich war dieß eine neue Folge derselben Ursache, welche auch die eben erwähnten außerordentlichen Wasserstrahlen erzeugte. Auch hier war es ein künstliches Gemenge von Luft und Wasser, welches diese Erscheinung hervorbrachte. Dazu kommt noch, daß die Luft ungefähr im Drittheil der Säule eingeführt war und sie derart in zwei Theile theilte, so daß wenn die Spannung der Luft auch nicht hinreichte, um die ganze Säule zu heben, sie doch in Ueberfluß vorhanden war, um dieselbe auf diese Art theilweise zu heben; denn die comprimirte Luft konnte dann zu gleicher Zeit auf zwei Punkte wirken.

Nun hielt nichts mehr unsere Arbeiten auf. Mit diesem möglichst