Text-Bild-Ansicht Band 83

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nachher beschnitten wird, was einen bedeutenden Verlust an Gerbstoff verursacht. Die solcher Weise entstehenden Abfälle können zur Fabrication des Leims benuzt werden. In dem bezeichneten Zustande kommen die Häute in den Walkapparat, und werden darin einige Zeit lang je nach ihrer Beschaffenheit in lauwarmem Wasser behandelt. Darauf bringt man sie in den in Fig. 24 dargestellten Behälter, um sie darin einige Stunden lang in einer schwachen Lohe zu maceriren, worauf sie herausgenommen und aufgeschichtet werden. Zwei Stunden nachher bringe ich die Häute in eine stärkere Lohe. Die drei ersten Tage werden sie täglich dreimal, nachher täglich einmal herausgenommen; alle 48 Stunden werden sie gewalkt und auf eine halbe Stunde in den anderen Behälter in denselben Gerbstoff gebracht, worin sie zulezt so lange bleiben, bis sie hinreichend gesättigt sind. Die Wirkung der Walkstampfer macht die Häute geschmeidig und zur Aufnahme des Gerbstoffs empfänglicher. Mit Hülfe des Behälters Fig. 24 bin ich im Stande, alle Theile der Haut mit der Lohe in Berührung zu bringen, wobei die Wirkung der lezteren rasch und gleichförmig erfolgt; überhaupt geht die ganze Operation in weit kürzerer Zeit als nach der alten Methode vor sich. Eine andere Behandlungsweise der Häute ist folgende. Nachdem die Häute zum Behuf des Enthaarens in den oben erwähnten Behälter gebracht worden sind, läßt man eine gewisse Menge Dampfes einströmen, um die Temperatur der Flüssigkeit bis auf ungefähr 45° zu steigern. Durch die Umdrehung dieses Behälters werden die Häute gegen die Seitenwände geworfen, fallen zu Boden, werden wieder in die Höhe gehoben u. s. w. Diese Operation wird so lange fortgesezt, bis die Häute einen Theil ihrer Haare verloren haben. Dann kommen sie in den in Fig. 28, 29, 30 dargestellten Behälter, welchem von irgend einer geeigneten Kraftquelle aus Bewegung mitgetheilt wird. An diesen Behälter ist eine Reihe Pflöke befestigt; er wird bis an die Mitte dieser Pflöke ins Wasser getaucht. Die über diese Pflöke hervorstehenden Häute verlieren in Folge der Rotation des Behälters ihre Haare, welche zu Boden fallen. Ein metallenes Gitter verhütet das Herausfallen der Häute aus dem Behälter. Die Häute können nun beschnitten und den verschiedenen, bereits erwähnten Operationen unterworfen werden.

Ich gehe nun zur Beschreibung der Verbesserungen über, welche sich auf das Zurichten der Häute beziehen. Nachdem die Häute der oben beschriebenen Procedur des Gerbens unterlegen haben, werden sie mit einer fetten Substanz, einer Composition aus Oehl und Talg überstrichen und kommen in diesem Zustande in einen Cylinder, welcher an seiner inneren Fläche, der oben beschriebenen Einrichtung