Text-Bild-Ansicht Band 83

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Für Absynth (Wermuthliqueur).

Safran mit niedergeschlagenem Indigo (sogenanntem Indigkarmin oder Neublau) gemischt.

II. Substanzen, deren Gebrauch zum Färben der Bonbons, Zeltchen, Dragées und Liqueurs verboten ist.

Alle Mineralsubstanzen, mit Ausnahme des reinen Ultramarins und des Berlinerblaues, und zwar:

Die Kupferoxyde (Bergblau, Mineralblau).

Die Bleioxyde, das Massicot, die Mennige, das Schwefelqueksilber oder der Zinnober.

Das Chromgelb (chromsaure Blei), welches aus zwei giftigen Substanzen (Bleioxyd und Chromsäure) besteht.

Das Schweinfurter Grün oder Scheele'sche Grün, das Mitis- (Wiener-) Grün, heftige Gifte, welche Kupfer und Arsenik enthalten.

Das Bleiweiß.87)

Die Zukerbäker sollen für ihre Liqueurs nur Blättchen von Feingold oder-Silber anwenden; man schlägt jezt das Messing (Chrysocalque) beinahe so fein wie das Gold; da es aber Kupfer und Zink enthält, darf es der Liqueurfabrikant nicht anwenden.

Einige Destillateurs bedienen sich des essigsauren Bleies oder Bleizukers, um ihre Liqueurs zu klären; dieses Verfahren kann schwere Unfälle herbeiführen, da diese Substanz giftig ist.

Papier zum Einwikeln der Bonbons.

In der Auswahl des zum Einwikeln der Bonbons bestimmten gefärbten und weißen Papiers muß man sehr sorgfältig seyn. Das geglättete, weiße oder gefärbte Papier wird oft mit sehr gefährlichen Mineralsubstanzen bereitet. Solches darf nicht zum Einwikeln der Bonbons, Zukerwaaren, eingemachten oder candirten Früchte gebraucht werden, welche, wenn sie feucht werden, sich an das Papier hängen und, in den Mund gebracht, Unglük veranlassen könnten. Das mit Pflanzenlaken bereitete gefärbte Papier kann ohne Anstand gebraucht werden. Da die Kinder häufig Papiere zum Munde führen, in welchen Bonbons eingewikelt waren, so muß man sie, in was sie auch eingewikelt gewesen seyn mögen, davon abhalten, um mögliche Unglüksfälle zu verhüten.

87)

Der Zukerbäker etc soll auch keine Farbe nehmen, welche mit Bleiweiß gemengt seyn könnte.