Text-Bild-Ansicht Band 83

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Grüne Farben.

Das Schweinfurter Grün, das Scheele'sche Grün, das Mitisgrün sind arsenigsaure Kupfersalze; in einem Glase mit Ammoniak oder flüchtigem Alkali zusammengebracht, lösen sie sich auf und geben eine blaue Flüssigkeit. Wirft man so viel davon, als man zwischen zwei Fingern fassen kann, auf glühende Kohlen, so verbreiten sie einen weißen Rauch, der stark nach Knoblauch riecht; man muß die Einathmung dieses Rauches bestens vermeiden. — Mit diesen Substanzen gefärbte Papiere entfärben sich in Berührung mit Ammoniak; ein einziger Tropfen desselben reicht hin, um das Papier an dem Punkte, den er berührt, zu bleichen, worauf es sogleich blau wird. Endlich geben diese Papiere beim Verbrennen einen Knoblauchgeruch und die zurükbleibende Asche hat eine röthliche Farbe und besteht größtentheils aus metallischem Kupfer.

Blaue Farben.

Das Mineralblau oder Bremerblau (kohlensaures Kupferoxyd mit Kupferoxydhydrat) gibt mit Ammoniak eine blaue Auflösung.

Vom reinen Ultramarin wird Aezammoniak nicht gefärbt; wenn derselbe aber mit kohlensaurem Kupferoxydhydrat verfälscht ist, erhält er dadurch die Eigenschaft das Ammoniak blau zu färben, was das charakteristische Merkmal der Gegenwart einer Kupferverbindung ist.

Messing- (Chrysokalk-) Blättchen.

Sie lösen sich nach und nach in Ammoniak auf, welches schnell blau gefärbt wird.

Vorstehende Anleitung wird unserer Verordnung vom 22. Sept. 1841 beigefügt.

Der Staatsrath, Polizeipräfect
G. Delessert.

LXXVI. Ueber Seidenwürmerzucht; Bericht über die von Hrn. Robinet im Departement der Vienne im Jahre 1840 angestellten Versuche. Vom Grafen Gasparin, Pair von Frankreich und Mitglied der Akademie der Wissenschaften.

Aus dem Echo du monde savant, 1841, No. 686, S. 708 u. No. 689, S. 735.

Kaum hatte Hr. Robinet seine ausgezeichnete Abhandlung über die Varietäten der Maulbeerblätter herausgegeben, als dieser unermüdete Forscher wieder eine neue Ernte in diesem Jahre gemachter