Text-Bild-Ansicht Band 73

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zu stehen kam. Der Bau verzehrte nicht weniger als 30 Millionen Baksteine; der tiefste der Ventilirschachte verschlang allein eine Million, deren Gesammtgewicht gegen 4034 Tonnen betragen dürfte. Das Gewicht des ganzen beim Tunnel verwendeten Baumaterials läßt sich auf 118,620 Tonnen anschlagen, was der Ladung von 480 gewöhnlichen Kauffahrteischiffen zu je 300 Tonnen gleichkommt! Ende an Ende gelegt, würden die verbrauchten Baksteine 4260 engl. Meilen weit reichen. Die Quantität des ausgegraberen Erdreiches und Gesteines beträgt 177,452 Kub. Yards. Die großen Ventilirschachte sind wahre Meisterstüke der Baukunst, und entsprechen vollkommen dem Zweke, zu dem sie bestimmt sind; denn die Tunnelluft ist unmittelbar nach dem Durchgange eines Wagenzuges gleich wieder vollkommen rein. Einen Begriff von ihrer Größe erhält man nur, wenn man unmittelbar unter ihnen im Tunnel steht und die Augen nach Aufwärts richtet. (Aus dem Civ. Engin. and Archit. Journal. Jun. 1839.)

Julienne's Maschine zur Ziegelfabrication.

Der Moniteur industriel vom 14. März 1839 enthält Nachstehendes über eine Maschine, welche in der Ziegelfabrik des Hrn. Hébert in Mesnil-Esmard bei Rouen arbeitet, und welche von einem Hrn. Julienne herrühren soll. „Die Maschine besteht aus einem horizontalen Rade, dessen stehende Welle in entsprechenden Halsringen und Pfannen läuft. Am Rande dieses Rades befinden sich Model, die von Unten mittelst hölzerner Kolben, von Oben hingegen mit Dekeln, die sich in Charniren bewegen, geschlossen sind. Wenn der Model mit Thon gefüllt ist, wird der Dekel nieder geschlossen, wo ihn dann eine Schrägfläche, die nach Art eines Keiles wirkt, niederdrükt. Nach erfolgtet Pressung wird der Kolben durch eine ähnliche Schrägfläche emporgetrieben, womit der Ziegel aus dem Model herausgetrieben wird, und an den Troknenplaz geschafft werden kann. Der Thon wird frisch gestochen und ohne vorläufige Zubereitung in einen Trichter geworfen, in welchem er zertheilt wird, und aus dem er in die Model gelangt. Zwei oder drei Pferde sezen die ganze Maschine in Bewegung; zwei Arbeiter werfen Thon in den Trichter, 6 Jungen schaffen die ausgepreßten Ziegel an die Troknenstelle; ein Aufseher leitet die Maschine und überwacht das Ganze. Das dieser Maschine zum Grunde liegende Verfahren unterscheidet sich von allen übrigen dadurch, daß der Thon ohne alle Zubereitung verarbeitet wird. Die Ziegel bekommen eine starke Pressung und werden dadurch dichter und trokner, weßhalb sie sich auch leichter handhaben, troknen und brennen lassen. Die Ziegel, deren man in der genannten Fabrik aus einem mageren, stark mit Kalk und Sand vermengten Thone täglich mehr als 16,000 erzeugt, sind sehr gut geformt und sehr hart. Die am stärksten gebrannten sind schwarz und verglast. Das Tausend gilt 20 Fr., also beinahe um die Hälfte weniger als die gewöhnlichen Ziegel. Die neue Maschine scheint vor jener Terrasson's die von den vielen projectirten Ziegelmaschinen die einzige ist, welche in Frankreich in Aufnahme kam, den Vorzug zu verdienen, indem bei dieser der Thon vorläufig präparirt und dann ausgewalzt werden muß; noch mehr ist sie der amerikanischen Maschine vorzuziehen, an welcher der Thon vor dem Formen der Ziegel eigens gestampft wird.“

Houyau's Mühlsteine.

Bei der in Angers gehaltenen Industrieausstellung bemerkte man ein Paar Mühlsteine, welche von Hrn. Houyau, Mechaniker in Angers, geliefert wurden, und die eine verbesserte Einrichtung zeigten, über welche der Bulletin de la Société industrielle d'Angers in seiner Nr. 5 Nachstehendes berichtet. „Die beiden Mühlsteine befinden sich in einem abgedrehten gußeisernen Beken. Der obere oder der Läufer kann mit Hülfe von vier Schrauben, die in seiner ausgebrochenen Mitte im Kreuze gestellt sind und gegen Federn drüken, vollkommen im Gleichgewichte und in horizontaler Stellung erhalten werden. Der Bodenstein ist gleichfalls in der Mitte ausgebrochen, und in diese Mitte ist eine Büchse eingesezt, welche mit einem Drahtsiebe, auf welches das zu mahlende Getreide von einem Trichter her gelangt, bedekt ist. Das Getreide unterliegt demnach, bevor es zwischen die Mühlsteine geräth, einer Art von Reinigung, so daß es von dem ihm allenfalls noch anklebenden Staube befreit wird. Zugleich gewährt aber die in