Text-Bild-Ansicht Band 73

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von Statten geht, und daß man daher ein Licht von hellerem Glanze erhält.

LXIII. Ueber die Gefüge für Gas- und Dampfröhren der HHrn. Lambert und Söhne in New Cut, Lambeth. Von Hrn. Wm. Baddeley.

Aus dem Mechanics' Magazine No. 811, S. 355.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Es gibt nur wenige Künste und Erfindungen, die schon von ihrem ersten Erscheinen an einen hohen Grad von Vollkommenheit besaßen; bei weitem die Mehrzahl durchwanderte eine Reihe von Stufen, bis sie auf den dermaligen Standpunkt gelangten. Eines der merkwürdigsten Beispiele hiefür gibt die Gasbeleuchtung, wenn man die Oefen, Retorten, Scheidungs- und Reinigungsapparate der frühesten Gaswerke mit dem vergleicht, was man in den jezigen Anstalten dieser Art trifft.

In der siebenten Ausgabe der Encyclopedia britannica heißt es unter dem Artikel Gaslicht: „die Gasbeleuchtung machte so rasche Fortschritte, daß sie wenige Jahre nach ihrer Einführung bereits auch schon in allen größeren Städten Englands zur Beleuchtung der Straßen, der Kaufläden und der öffentlichen Gebäude angenommen war. Minder rasch fand sie ihren Weg in die Wohnungen der Privaten, theils weil diese, und zwar nicht ohne Grund, eine gewisse Furcht vor den mit der Benuzung des Gases verbundenen Gefahren hegten, theils weil die Sorglosigkeit und Unvollkommenheit, womit die Leitungsröhren früher verfertigt und gelegt wurden, mancherlei Unannehmlichkeiten mit sich brachten.“ Welches aber auch die Fehler der Vorgänger gewesen seyn mögen, so ist soviel gewiß, daß man dermalen größten Theils über dieselben weg ist. Einer der ersten Mißgriffe, welche man beging, war, daß man sich ungeeigneter Materialien bediente; und zunächst hieran reihte sich der Umstand, daß man sich in der Schäzung der Reibung, welche das Gas auf dem Durchgange durch die Röhren erleidet, so sehr verrechnete, daß man Röhren nahm, welche viel zu klein waren, als daß mit Leichtigkeit ein gleichförmiger und entsprechender Zufluß an Gas zu erzielen gewesen wäre. Dazu kam noch, daß die Gefüge selten die nöthige Genauigkeit darboten. Allen diesen Mängeln wußte die Erfahrung, welche man in der Handhabung des Gases gewann, und die Vertrautheit mit dessen Eigenschaften größten Theiles, wo nicht gänzlich,