Text-Bild-Ansicht Band 73

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so daß der Rauch ohne Hinderniß entwich und also unverbrannt durch die Kesselröhren und den Rauchfang strömte. An der zweiten Locomotive, welche Hr. Chanter baute, nämlich an dem „Duke of Sussex“ gab er den Roststangen eine geringere Neigung, so daß die Steinkohlen länger auf ihnen verweilen mußten. Auch befestigte er an dem Kesselboden einen Steg, durch den die den Rauch zurükwerfende Oberfläche bis auf die Höhe der sechsten Reihe der Kesselröhren, also auf 2/3 der ganzen Tiefe hinab reichte. Diese Modificationen zeigten sich als eine wesentliche Verbesserung; denn es wurde ein großer Theil des Rauches verzehrt, und der Heizer konnte wegen der minderen Steilheit der Roststangen das Feuer leichter schüren und die Heizstelle leichter reinigen. Da jedoch auch bei dieser Modification das neue System noch immer nicht für Locomotiven geeignet erschien, so ging Hr. Chanter noch weiter, und ließ den Deflector bis in das am Grunde der Feuerkammer befindliche verkohkste Brennmaterial hinab reichen, so daß der aus dem neu eingetragenen Brennmateriale aufsteigende Rauch nothwendig durch die glühende Kohksmasse streichen und dabei gänzlich verbrennen mußte. In diesem Zustande arbeitete der Apparat wohl eine Zeit lang gut; allein der Zug des Ofens war so groß, daß er sich in Kürze einen freien Weg unter dem Deflector weg bahnte, und daß es unmöglich war, die Spize dieses lezteren in der brennenden Kohlenmasse untergetaucht zu erhalten. Es bedurfte jedoch nur eines Schrittes weiter, um auch diese Schwierigkeit zu überwinden.

Die in Fig. 91 gegebene Zeichnung zeigt die neueste Modification, welche Hr. Chanter an seinem Ofen anbrachte. A ist der Ofen; B, B, B sind die Roststangen, welche unter drei verschiedenen Winkeln gestellt sind; C der Deflector, welcher in dem Kessel eine Art von Tasche bildet, und der, wie man sieht, bis in den entzündeten Brennstoff hinein reicht; D die Thüre, welche zum Eintragen der Steinkohle in den Ofen dient; E das Thürchen, welches in die kupferne Röhre F führt, und durch welches an die innere Seite des Deflectors etwas Kohks gebracht werden; G sind die brennenden Steinkohlen und H die brennenden Kohks. Das Spiel dieses Ofens bedarf kaum einer Erläuterung. Die Steinkohlen, welche man bei der Thür D einträgt, werden allmählich verkohlst und verzehrt; und um den Boden des Deflectors in das brennende, keinen Rauch gebende Brennmaterial eingebettet zu erhalten, werden durch die Röhre F und das Thürchen E an die andere Seite des Deflectors etwas Kohks gebracht.

Versuche, welche mit dieser Maschine angestellt wurden, haben dargethan, daß man zur Heizung derselben mit aller Sicherheit und