Text-Bild-Ansicht Band 73

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die Stellung der unteren Stangen so abgeändert wurde, daß mehr Oeffnung gestattet ist, gelingt es viel besser; auch ist seither die Heizung viel leichter zu führen. Der Ofen speist sich selbst, wenn an seiner Mündung eine große Steinkohlenmenge unterhalten wird, und der Rauch wird bei rascher Dampfentwikelung beinahe vollkommen verzehrt. Wir nahmen in Acton eine halbe Tonne gute runde Steinkohle ein, und fuhren beinahe bis Liverpool, ohne daß während des Laufes Rauch zu bemerken gewesen wäre. Während des Anhaltens in Warrington erschien etwas weniges schwach gefärbter Rauch, jedoch in so geringer Menge, daß er gar nicht lästig war. Auf der ganzen Streke von Acton bis Liverpool, auf der lediglich Steinkohlen gebrannt wurden, war auch nicht der geringste Unterschied zwischen diesem und einem Kohksfeuer zu bemerken; den einzigen Umstand ausgenommen, daß bei dem Rauchfange weder Asche noch Funken ausflogen, wie dieß bei der Heizung mit Kohks der Fall zu seyn pflegt. Ich halte daher das von Hrn. Chanter befolgte Rauchverzehrungssystem für sehr gut und für vollkommen bewährt.“

Aus diesem lezteren Berichte ergäbe sich demnach noch ein neuer Vorzug des neuen Systemes: nämlich die Beseitigung des Funkensprühens, welches an den gewöhnlichen Locomotiven den Passagieren oft so unangenehm und selbst gefährlich wird. Auch können wir nicht umhin, darauf hinzuweisen, daß an jenen Eisenbahnen, an denen die Localverhältnisse an den gewöhnlichen Locomotiven die Benuzung von Steinkohlen zuließen, die messingenen oder kupfernen Kesselröhren sich nicht so schnell abnüzten, und daß man diese Röhren gewöhnlich noch gut fand, wenn die Maschine schon für unbrauchbar erklärt wurde. Beispiele hiefür liefern die Bahnen von Garnkirk, von Darlington, und jene an den Kohlenwerken von Newton. An den Bahnen, an denen mit Kohks geheizt wird, müssen diese Röhren beständig erneuert werden, was man dadurch erklären will, daß die unter der Einwirkung eines starken Zuges durch die Röhren getriebenen scharfen Kohkstheilchen wie eine Feile auf die innere Wand der Röhren wirken, und diese daher zerstören. Die weichen Kohlentheilchen scheinen diese nachtheilige Wirkung nicht zu haben.

Obschon auf den Dampfschiffen die Verzehrung des Rauches nicht gesezlich vorgeschrieben ist, so scheint sie doch auch an diesen höchst wünschenswerth, besonders bei der Fluß-Dampfschifffahrt. Die hiedurch bedingte Ersparniß an Brennmaterial ganz unberüksichtigt gelassen, scheint schon die für die Passagiere daraus erwachsende Bequemlichkeit allein hinreichend, um einem hierauf berechneten Plane Eingang zu verschaffen. Allen in dieser Hinsicht geschehenen Vorschlägen wurde vorgeworfen, daß dadurch der Zug der Oefen beeinträchtigt