Text-Bild-Ansicht Band 73

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heraufgeschafft, so daß das Wasser wahrscheinlich nicht mehr sehr ferne seyn dürfte. Die Bestimmung der in dieser Tiefe herrschenden Temperatur ist von hohem Interesse, allein wegen der vielen Ursachen, welche Anlaß zu irrigen Resultaten geben können, auch sehr schwierig. So mußte man den Thermometern mit Inder entsagen; und auch der Thermometer á déversement lieferte in Folge der Erschütterungen, die er erlitt, wenn man ihn versenkte, irrige Angaben; denn das gegen das obere Ende geschleuderte Queksilber wurde in die Capillarröhre getrieben, wodurch ein rein mechanischer Austritt einer gewissen Metallmenge veranlaßt wurde. Diesem Uebelstande ließ sich durch eine Erweiterung, die man oben anbrachte, abhelfen. Der Löffel, in welchem man das Instrument versenkte, mußte mit einer Schnur geführt werden, denn der Mulot'sche Apparat entwikelte durch die Reibung an den Röhren zu viele Wärme. Um sich endlich auch gegen den Einfluß des erhöhten atmosphärischen Drukes sicher zu stellen, wurden die Thermometer mit Röhren umgeben, und zwar so, daß zwischen dem Instrumente und der Röhre ein Raum von einem Millimeter blieb. Bei diesen Vorsichtsmaßregeln gaben 6 Thermometer in einer Tiefe von 481 Meter eine Temperatur von + 27,5° C. Dieß gibt von der Temperatur des Kellers des Observatoriums in Paris ausgegangen, welche in einer Tiefe von 28 Meter + 11,7° C. beträgt, eine Zunahme von 1° C. in 29 Meter. (Echo du monde savant, No. 462.)

Wohlfeile Methode sich Kohlensäure in festem Zustande zu verschaffen.

In der Sizung der Pariser Akademie der Wissenschaften vom 8. Jul. l. J. ward ein Brief des Hrn. Savaresse verlesen, in welchem der Verf. angibt, sich auf folgende Weise Kohlensäure in festem Zustande verschafft zu haben. Er comprimirt das kohlensaure Gas in einem Cylinder, welcher 8 bis 10 Liter faßt, und mit einem Hahne von 0,012 Meter Oeffnung versehen ist, bis auf 6 Atmosphären. Die Mündung des Hahnes umwikelt er mit einem 6 bis 8 fach zusammengelegten Tuche. Oeffnet man den Hahn, so bildet sich das aus ihm entweichende Gas eine Höhlung in dem Tuche, wobei es sich zum Theil zu einer festen Masse verdichtet. Wenn man das Tuch vorher befeuchtet, so sammelt sich die Kohlensäure in Form einer Kugel. (Echo du monde savant, No. 454.)

Bowman's Methode thierische Kohle wieder zu beleben.

Bei dem Verfahren, nach welchem man die in den Zukerraffinerien gebrauchte thierische Kohle wiederzubeleben pflegt, wird dieselbe in großen Massen in die dazu bestimmten Retorten gebracht. Da die ganze Kohlenmasse hiebei einem sehr hohen Hizgrade ausgesezt werden muß, so wird die Retorte leicht überhizt, und die Folge hievon ist, daß die den Retortenwänden zunächst liegende Kohlenschichte eine Art Verglasung erleidet und ihrer Bleichkraft großen Theils oder gänzlich verlustig wird, bevor noch der innere Theil der Masse in hinreichendem Grade erhizt worden. Diesem Uebel abzuhelfen ist der Zwek eines Patentes, welches sich Hr. Fred. Bowman, Zukerraffineur in Great Alie-Street in der Grafschaft Middlesex, am 17. Aug. 1835 auf die von einem Ausländer erhaltenen Angaben hin ertheilen ließ. Man soll nämlich dem Patentträger gemäß die Kohle in einer dünnen Schichte auf ein Blech ausgebreitet in einer Art Flammofen unter Umrühren anfänglich einer gelinden Hize und hierauf auf einem anderen Bleche einer stärkeren Hize aussezen, wobei jedoch die Temperatur nie bis zum Rothglühen getrieben werden darf. Der Patentträger versichert, daß, wenn man bei diesem Verfahren die Hize gehörig gradweise steigert, die Kohle ihre entfärbende Kraft beinahe vollkommen hergestellt erhält, und daß kein Verlust durch Verglasung eines Theiles derselben entsteht. (London Journal of arts. Jul. 1839.)

Ueber Zubereitung des Leinengarns mit Seife.

Hr. Angerstein in Klein-Ilsede, welcher seit Kurzem eine neu errichtete Leinen- und Baumwollenweberei betreibt, hat der Direction des Gewerbevereins in Hannover die Beobachtung mitgetheilt, daß Leinengarn, welches mit Seifenschaum gerieben und nachher troken wieder gerieben wurde, so weich wie Baumwollengarn