Text-Bild-Ansicht Band 72

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Asbests Platinschwamm benuzen, aber nicht mit derselben Sicherheit. Hiedurch wird die Auflösung filtrirt, und zuerst durch Salzsäure das Chlorür und darauf durch Wasser die Salzsäure ausgewaschen. Kommt es nun nicht auf die äußerste Genauigkeit an, so wird der Rükstand in einem Luftstrome getroknet, der durch ein Chlorcalciumrohr gegangen ist, während die Masse in einem passenden Bade bis etwa 130° C. erhizt wird. – Wenn das Gewicht der Röhre und des Asbests vorher bekannt sind, so erhält man jezt durch die Wägung der Röhre das Gewicht des Rükstandes. Man nimmt alsdann so viel davon, als man frei von Asbest erhalten kann, wägt, verbrennt die Kohle und analysirt den Rükstand.

Aber diese Bestimmung der Kohle ist niemals vollkommen richtig, denn 1) gibt diese Masse, wenn sie in der Röhre erhizt wird, sowohl in Luft als auch in Sauerstoff immer Producte der troknen Destillation, die beweisen, daß sich eine Verbindung von Kohle und Wasserstoff, vielleicht auch mit Sauerstoff bildet, wenn die mit dem Eisen chemisch verbundene Kohle ausgeschieden wird; 2) condensirt dieselbe in ihren Poren Luft und Wasser mit einer solchen Kraft, daß sie sich erwärmt, wenn man, nachdem sie im luftleeren Raume getroknet ist, Luft zuläßt.

Man thut deßhalb besser, die zurükgebliebene Masse mit dem Asbest herauszunehmen, zuerst mit kohlensaurem Kali zu mischen, und sodann mit dem 30-, 40- bis 50fachen Gewichte von Kupferoxyd, und den Kohlengehalt zu bestimmen, wie bei einer organischen Analyse.

Der Rükstand von Stahl und Stabeisen läßt sich in derselben Röhre, in der er abfiltrirt worden, durch einen langsamen Strom von Sauerstoff verbrennen, der über Queksilber aufgefangen wird, und aus dem man die Kohlensäure durch Kalihydrat absorbiren läßt, nach der in den Nachtragen zum VII. Bande meines Lehrbuchs, S. 628 beschriebenen, verbesserten Methode. Auf diese Weise hat es sich ergeben, daß gepuddeltes Eisen nur 1/10 so viel Kohle enthält als Stabeisen auf gewöhnliche Weise in einem deutschen Frischfeuer bereitet.

Um andere fremde Bestandtheile zu bestimmen, bedient man sich der folgenden Methode:

A, B 6) ist eine Gasentwikelungsflasche, in deren Hals eine starke konische Glasröhre C, D luftdicht eingeschliffen ist, die wieder ihren eingeschliffenen Stöpsel E hat. Die Entwikelungsröhre F, G tritt aus einem zweiten Tubulus oben aus der Flasche. In dieser Flasche

6)

Siehe Fig. 2 Taf. II.