Text-Bild-Ansicht Band 72

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geben an den entfernten Orten die Zeichen oder Lärmsignale entweder durch die Winkelbewegungen, welche sie Magnetnadeln ertheilen, die sich in geeigneter Nahe befinden, oder auch durch die Anziehungskraft des Magnetismus, welchen sie in benachbarten Eisenmassen, die selbst leine Magnete sind, zu erregen vermögen; oder endlich durch die Gasentbindung, welche durch die Zersezung des Wassers mittelst dieser Ströme erfolgt.

Die Magnetnadeln müssen sich sehr frei drehen können und nach einer bestimmten Richtung deuten, wenn sie ohne Einwirkung des elektrischen Stromes sich selbst überlassen sind; man macht daher ein Ende der Nadel etwas schwerer als das andere, und wenn sie also mit dem einen Ende aufwärts und mit dem anderen abwärts zeigt, so ist dieß ein Beweis, daß sie in Ruhe ist und kein Signal gibt. Einer der erwähnten Leitungsdrähte wird senkrecht angebracht, so daß seine Richtung mit der Nadel parallel ist, wenn sich dieselbe in Ruhe befindet; der Draht muß der Nadel möglichst nahe liegen, ohne sie jedoch zu berühren; läßt man nun einen elektrischen Strom durch diesen Draht gehen, so wild er sie von ihrem früheren Parallelismus mehr oder weniger ablenken. Geht der Strom durch den Draht in der einen Richtung, so wird die Nadel ebenfalls in einer Richtung abgelenkt, und sowie der Strom in der entgegengesezten Richtung hindurchstreicht, erfolgt die Ablenkung der Nadel ebenfalls in einer der vorhergehenden entgegengesezten Richtung. Da jedoch die Tendenz der Nadel aus ihrer Lage zu treten auf diese Art nur schwach erregt wird, so muß man dieselbe verstärken, gerade so wie bei dem unter dem Namen Galvanometer oder Multiplicator bekannten Apparat; man läßt nämlich dem Leitungsdrahte viele Windungen um die Nadel oder um einen Raum, worin sie sich frei bewegen kann, machen, aber so, daß keine Drahtwindung die andere berührt; die Umwindungen müssen so beschaffen seyn, daß der Draht den elektrischen Strom immer in der einen Richtung an einer Seite der Ebene, worin sich die Nadel bewegt, durchläßt, und in der entgegengesezten Richtung an der anderen Seite dieser Ebene. Dieß ist der Fall, wenn man den Draht um den Raum windet, worin sich die Nadel bewegt; alle aufsteigenden Theile der Windungen sind dann auf einer Seite der Nadel (gegen ein Ende ihrer Achse) und alle absteigenden an der anderen Seite derselben (oder näher am anderen Ende ihrer Achse): bei dieser Anordnung des Leitungsdrahts wird jeder aufsteigende sowohl als absteigende Theil der verschiedenen Windungen den elektrischen Strom in der geeigneten Richtung hindurchlassen, um die Nadel nach der einen oder anderen Seite abzulenken, je nach der Richtung, in welcher der Strom durch die Drahtwindungen streicht.