Text-Bild-Ansicht Band 72

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sowie sie am Ende der Station zusammentreffen, ihre Stabe, die mit Nummern zu versehen wären, gegen einander auswechseln. – Zur Verhütung jener Unglüksfälle, welche sich ereignen, wenn ein späterer Wagenzug aus irgend einer Veranlassung einen früher abgegangenen bei Nacht oder Nebel überholte, wäre nach Hrn. Smith auf dem lezten Wagen eines jeden Zuges eine Art von Tamtam anzubringen, auf den geschlagen werden müßte. Die Lichtsignale leisten bei Nebel zu wenig, und werden, da die Maschinenwärter die Augen nicht immer genug offen haben, leicht übersehen. Einer ähnlichen Vorrichtung könnte man sich auch bedienen, um den Maschinisten in Kenntniß zu sezen, wenn sich allenfalls einer der Hinteren Wagen von dem Zuge abgelöst haben sollte. – Damit die Wagen auch dann nicht an Geschwindigkeit verlieren, wenn die Schienen glitscherig sind, wäre vorne an der Maschine ein Sandbehälter anzubringen, von dem zwei Röhren vor den vorderen Räder herab unmittelbar an die Schienen führen müßten. Die Vorrichtung wäre nach Art einiger Säemaschinen einzurichten, und müßte unter der Leitung des Maschinisten stehen. Aus den folgenden Wagen wäre eine Art von Bürste anzubringen, welche, wenn es nöthig wäre, den Sand wieder wegzuschaffen hätte, damit der Widerstand oder die Reibung nicht gar zu groß würde. Das Mechanics' Magazine bemerkt hiezu in Nr. 804, daß die Anwendung des Sandes schon viel früher von Oberst Maceroni angerathen wurde.

Ueber die Eisenbahnwagen mit Frictionsrädern des Hrn. Coles.

Hr. Coles hat die von ihm angegebenen Frictionsräder für die Eisenbahnwagen, über welche wir im polyt. Journal Bd. LXIX. S. 73 und nachträglich erst neuerlich berichteten, und die selbst in deutschen Tagesblättern zur Sprache kamen, in einer Broschüre, welche unter dem Titel Coles on Railroads erschien, beschrieben. Diese Broschüre nun und die Frictionsräder selbst unterwirft Hr. Wm. Baddeley im Mechanics' Magazine, No. 804 einer scharfen Kritik. Er erklärt die ganze Erfindung für unbrauchbar, und stimmt ganz mit dem Urtheile überein, welches der bekannte Mechaniker Roberts in Manchester darüber fällte, und welches folgendermaßen lautet: „Ich kann mich nicht überzeugen, daß die Coles'schen Frictionsräder eine anderes Wirkung haben können, als daß sie die Geschwindigkeit der Fuhrwerke beeinträchtigen; und ich glaube deßhalb auch nicht, daß irgend eine Eisenbahn-Compagnie aus der Anwendung dieser Räder einen Gewinn ziehen dürfte.“ Dr. Lardner äußerte sich auf gleiche Art; dagegen hat Hr. Coles an dem bekannten Dr. Church in Birmingham und an einem der Directoren der London-Greenwich-Eisenbahn, Hrn. George Walter Esq., warme Vertheidiger gefunden.

Erträgnisse der Liverpool-Manchester Eisenbahn.

Bei der lezten am 23. Januar l. J. gehaltenen Versammlung der Eigenthümer der Liverpool-Manchester Eisenbahn berichteten die Directoren eine neue Zunahme des Verkehres in allen einzelnen Zweigen. Sie erklärten ferner, daß die Verbindung ihrer Bahn mit der von Birmingham kommenden und mit der North Union Bahn schon dermalen so günstige Resultate gegeben habe, daß sie das Parliament um eine Bill zur Erbauung einer Bahn angehen wollen, welche über Salford Manchester mit Leeds verbinden soll. Die halbjährigen Einnahmen beliefen sich zulezt:

Für Fuhrlohn von Personen auf 79,277
ddo. von Waaren 54,215
ddo. von Steinkohlen 3,200
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Summa 136,692 Pfd. Sterl.
Hievon ab die Summe der Ausgaben mit 80,978 –
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blieb Ueberschuß 55,714 Pfd. Sterl.

Die Hauptausgaben waren am Personentransporte 11,051 Pfd. Sterl.; am Waarentransporte 11,189 Pfd; am Steinkohlentransporte 743 Pfd; im Ingenieurdepartement 26,427 Pfd. St; im Wagendepartement 3072 Pfd. St. – Die Zahl der auf 100 Pfd. lautenden Actien beträgt 10,495. Die Directoren beschlossen