Text-Bild-Ansicht Band 72

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für die man gewöhnlich klareres Wasser benuzt als für die stehenden Maschinen, immer allgemeiner in Anwendung kommt, beschäftigten. Ich will nur an die Arbeiten des Hrn. Hoyau erinnern, der an seinem Apparate dem durch die Ausdehnung bedingten Brechen der Meßröhren dadurch vorbeugte, daß er die Röhrenenden in Stopfbüchsen leitete, welche er mit Hähnen versah, um die Röhren reinigen und auch durch andere ersezen zu können, ohne das Spiel der Maschine unterbrechen zu müssen. Dieser Apparat ist ferner auch so eingerichtet, daß, im Falle die Röhre bricht, gar kein oder wenigstens nur ein tropfenweises Ausfließen des Wassers Statt finden kann, damit der Arbeiter ohne Gefahr, sich zu verbrennen, die Hähne zu schließen vermag. Diese Einrichtung ist für den hohen Druk von höchster Wichtigkeit.

In Fig. 5 und 7 sieht man ein Kugelventil, welches diesen Dienst versieht, und welches aus einer gewöhnlichen Marmorkugel, die auf einem Roste ruht, besteht. Ich überzeugte mich durch die Erfahrung von der Wirksamkeit dieses mittels.

Ich bediente mich nun dieser Röhren an Hochdrukkesseln, und obwohl ich die Anweisungen, die man mir von Paris gab, wo ich die ersten derlei Apparate verfertigen ließ, auf das Genaueste befolgte, so begegnete es mir dennoch oft genug, daß eine oder die andere Röhre brach. Nach mehreren, an den Einrichtungen und Dimensionsverhältnissen der Stopfbüchsen vorgenommenen Abänderungen gelang es mir aber, das Zerspringen der Röhren bei einem Druke von 4, 5 und 6 Atmosphären vollkommen zu verhüten. Was das durch kalte Luftzüge bedingte Zerspringen der Röhren, welches mir in den kalten Wintern 1837 und 1838 öfter begegnete, anbelangt, so habe ich auch diesem gänzlich abgeholfen, indem ich die erste Röhre mit einer zweiten, gänzlich freien Röhre, die nur Luft, welche von ersterer erwärmt worden, enthielt, umgab, so daß die Meßröhre also mit der kalten Luft in gar keine Berührung kommen kann.

Ich bin, seit ich diese Vorkehrungen traf, keinem Zerspringen der Röhren aus den angegebenen Ursachen mehr ausgesezt gewesen; doch verlor der Apparat dadurch an seiner Einfachheit, und das Einsezen einer neuen Röhre erheischt eine größere Gewandtheit und eine eigene Instruction oder Anleitung für die Maschinisten. Man findet diese meine Vorkehrungen in Fig. 7 und 8 abgebildet.

Im Falle man ihrer Einfachheit wegen die erstere Röhre, Fig. 5 und 6, vorziehen sollte, umschließe Ich dieselbe mit einem kleinen eisernen Gehäuse mit Charnieren und einem Glasfenster, welches man leicht entfernen kann, wenn die Kälte nur mehr einige Grade über Null beträgt, und welches man in Fig. 10, 11 und 12 sieht.