Text-Bild-Ansicht Band 72

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soll man an den Köpfen des Hahnes, an welche man die zu deren Bewegung dienenden Schlüssel stekt, die Communicationen mit dem Kessel absperren. Es soll durch Zeichen angedeutet seyn, wie die Hähne gedreht werden müssen. Wenn sich kein Dampf im Kessel befindet, so ist es gleichgültig, ob man die Hähne oben oder unten zuerst schließt; anders verhält sich dieß hingegen, wenn der Kessel in Thätigkeit ist, denn dann kommt es, wenn man das Springen der Röhre verhüten will, darauf an, daß man den unteren Hahn vor dem oberen sperrt. Ist dieß geschehen, so entfernt man die obere Schraubenzwinge, füllt die Röhre mit heißem Wasser, wenn sie heiß ist, mit kaltem dagegen, wenn sie kalt ist, und beginnt dann die Reinigung mittelst des mit Werg besezten Stäbchens. Hierauf öffnet man die untere Zwinge, um das Wasser ausfließen zu lassen und neues durch die Röhre nachgießen zu können. Nach Beendigung der Operation bringt man die Hähne wieder in die frühere Stellung. Ist Dampf im Kessel enthalten, so muß man, um die Röhre wieder in Thätigkeit zu bringen, zuerst den oberen Hahn offnen, und zwar so wenig als möglich, damit die Röhre dadurch allmählich erwärmt werde. Erst dann soll man sachte den unteren Hahn öffnen. Dieselbe Vorsicht in Hinsicht auf die Handhabung der Hähne soll auch beim Auswechseln der Röhren befolgt werden.

Zu den Stopfbüchsen, welche sorgfältig nach den in Fig. 5 und 7 angegebenen Verhältnissen gearbeitet seyn sollen, eignet sich Baumwolle am besten. Die Besazung soll nicht zu fest gedrükt werden; für niederen Druk hält sie leicht; für hohen dagegen ist es zwekmäßig, die Baumwolltressen mit etwas Mennigkitt zu befeuchten, damit man sie nicht zu fest zu drüken braucht.

Fig. 5 und 6 zeigen einen Apparat mit einer einfachen Röhre.

Fig. 7 und 8 zeigen einen solchen mit zwei doppelten Röhren.

An allen diesen Figuren sind: A, A eine gußeiserne Platte, auf welcher der Apparat fixirt ist; und welche selbst wieder an der großen, in das Mauerwerk eingesezten Platte B, B festgemacht ist. C, C sind Hahne, welche die Stopfbüchsen G, G tragen und mittelst der Schrauben D, D an der Platte A, A befestigt sind. Diese Hähne halten zugleich auch die mit dem Kessel communicirenden Röhren F, welche in Fig. 7 mit anderen Schrauben E auf der Platte A festgemacht sind. Die Stopfbüchsen sind mit den Hüten H, H ausgestattet, und diese Hüte sind In Fig. 7, wo die doppelten Röhren dargestellt sind, zur Aufnahme der äußeren Röhre eingerichtet. Die marmorne Kugel I verhütet den Verlust an Wasser, im Falle die Röhre springen sollte. Der kupferne Trichter K bewirkt, daß das Verdichtungswasser nicht längs der Wände der Röhre herabfließt.