Text-Bild-Ansicht Band 72

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Kessel angezündet, und der Heberbarometer zeigte einen Dampfdruk von drei Atmosphären im Kessel. Die Maschine wurde um 7 Uhr 17 Minuten mit einem Druke von 4,4 Atmosphären in Gang gesezt. Der Dampf trat, nachdem er seinen Nuzeffect in der Maschine vollbracht, in 8 Färbebottiche über, welche auf 0,815 M. Höhe mit Wasser gefüllt waren, wobei er durch 27 Meter kupferner Röhren von 0,11 Meter im Durchmesser strich, so daß man den Gegendruk auf eine halbe Atmosphäre anschlagen konnte. Die Maschine sezte während der ganzen Dauer des Versuches 6 gußeiserne Räder und mehrere Transmissionswellen in Bewegung. Der mittlere Dampfdruk im Kessel wurde auf 4 Atmosphären unterhalten. Das Speisungswasser hatte 60 bis 70° des 100gradigen Thermometers. Zur Heizung diente Steinkohle von Blanzy, welche in Hinsicht auf Güte unter der mittleren Qualität steht, und wovon der Centner 29 Sous kostet, während in Mülhausen die Saarbrüker Kohlen auf 39 bis 41 und jene von St. Etienne auf 36 bis 40 Sous zu stehen kommen.

Der zu dem Versuche verwendete, von den HHrn. Meyer verfertigte Zaum soll später beschrieben werden. Seine Wangen wurden mit einer Auflösung von grüner Seife in Wasser geschmiert, da wir diese Schmiere um vieles besser fanden, als jene mit Oehl, mit Talg oder mit Milchrahm, indem sich bei ihr die reibenden Theile nie so stark erhizen, daß der Versuch unterbrochen werden müßte. Wir schreiben es hauptsächlich diesem Umstande zu, daß der Versuch eine so lange Zeit über fortgesezt werden konnte.

Der Radius des Hebels des Zaumes hatte 4,035 Meter Länge. Die an dem Zaume aufgehängte Platte hatte ein Gewicht von 96,25 Kilogr. Die gewöhnliche Geschwindigkeit der Maschine betrug 29 Kurbelumläufe in der Minute. Der Verbrauch an Steinkohlen betrug netto 800 Kilogr. Der Versuch dauerte 10 Stunden 19 Minuten oder 10,31 Stunden. Die Pferdekraft, welche bei den Berechnungen als Basis diente, ist gleich 75 Kilogr., die in jeder Secunde auf einen Meter gehoben werden.

Nach diesen Daten ergab sich:

1) Daß die Maschine eine Effectivkraft von 15,7257 Pferden hat.11)

2) daß der Verbrauch an Steinkohlen in der Zeitstunde auf jede Pferdekraft 4,934 Kilogr. betrug12), wobei jedoch die Kohle, die am

11)

Es ist nämlich (4,035 × 2 × 3,1416 × 29 × 96,25)/(60 × 75) = 15,7257 Pferden.

A. d. O.

12)

Es ist nämlich 800 Kilogr./(10,31 × 13,7257) = 4,934 Kilogr. per Pferdekraft in jeder Stunde.

A. d. O.