Text-Bild-Ansicht Band 72

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gaben mir auf die liberalste Weise an ihrer Bahn die Erlaubniß hiezu, und ihr Ingenieur, Hr. Robert Stephenson, unterstüzte mich hiebei nach allen Kräften. Noch sind meine Beobachtungen aber nicht so weit gediehen, daß ich befugt wäre, zwischen ihnen und den an der Great-Western-Eisenbahn erzielten Resultaten einen Vergleich anzustellen, gegen den keine Einwendung erhoben werden könnte.

Die Frage, in wie fern alle diese Versuche für die Directoren der Great-Western-Eisenbahn von Interesse seyn können, beantwortet sich einfach dadurch, daß der neue Bauplan ein größeres Capital erheischt; und daß also bestimmt werden muß, welche größeren Vortheile das neue System gewährt, und in wie fern diese Vortheile ein Aequivalent für die größere Capitalanlage sind. Diese Betrachtungen beziehen sich sowohl auf das neue System im Ganzen, als auf die größere Spurweite und die veränderte Bauart einzeln und in Verbindung mit einander; obwohl übrigens nicht nöthig ist, daß mit einer Erweiterung der Spurweite zugleich auch das Bausystem des Hrn. Brunel eingeschlagen werde. Es steht vielmehr frei, in diesem lezteren Falle irgend eine Modification an dem Brunel'schen Systeme vorzunehmen, oder den Bau so zu führen, wie an der London-Birmingham- oder anderen Bahnen. Eben so wenig ist im Falle der. Annahme einer größeren Spurweite nöthig, dieselbe gerade auf 7 Fuß festzusezen. Alles dieß sind gesonderte Fragen, und ebendeßhalb scheint mir nicht, daß eine genaue und richtige Ermittelung der Fähigkeiten der dermaligen Great-Western-Eisenbahn im Vergleiche mit anderen bestehenden Eisenbahnen jezt schon die ganze Frage entscheidet; denn immer bleibt noch zu untersuchen, ob die von Brunel angenommene Spurweite diejenige ist, mit welcher alle die Zweke, zu deren Erlangung man von dem alten Systeme abging, auch wirklich erreicht werden; und ob der befolgte Bauplan der beste ist, oder in wiefern er zu verbessern seyn dürfte.

Man gab als einen der Gründe für die größere Spurweite an, daß die Wagen bei ihr eine größere Stabilität bekommen würden, und daß folglich die Reisenden einer geringeren Schwingungsbewegung ausgesezt wären. Es war also zu ermitteln, ob dieß Ziel wirklich erreicht wird, und in welcher Ausdehnung. Von dem Principe ausgehend, Alles so viel als möglich auf mechanischem Wege zu prüfen und mich so wenig als thunlich auf das immer trügerische Gefühl verlassend, ließ ich mir ein Instrument verfertigen, welches bei der Fahrt über die ganze Bahnstreke sämmtliche Schwingungen oder Oscillirungen der Wagen messen und auf Papier verzeichnen sollte. Ich würde auf diese Weise eine Zeichnung bekommen haben, in der