Text-Bild-Ansicht Band 72

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sich gezeigt, daß die Reparaturen an den Locomotiven der Bahnen, auf denen mit großer Geschwindigkeit gefahren wird, hauptsächlich an den Rädern, an den Röhren und an den Heizräumen vorkommen, mithin an Dingen, auf welche die Spurweite keinen anderen Einfluß hat, als den, daß wenn die Räder und Achsen größer gemacht werden, auch die Reparaturen größer seyn werden. In jedem Falle werden die gewöhnlichen Reparaturen einer Maschine, die wegen der größeren Bahnweite und nicht wegen des größeren Verkehres größer gebaut ist, höchstwahrscheinlich die Ersparniß aufwiegen, die an den Reparaturen der kleineren Theile daraus erwächst, daß hier mehr Raum für dieselben gestattet ist. Ueberdieß kommt ein großer Theil der an den Locomotiven nöthigen Reparaturen nicht auf Rechnung der gewöhnlichen Abnuzung, sondern auf Rechnung von Unfällen, die ihrerseits wieder um so größeren Schaden anrichten werden, je größer und kostspieliger die Maschinen sind.

Die Unterhaltung der Bahn wird bei größerer Bahnweite und schwereren Maschinen eben soviel kosten, wie bei geringerer Bahnweite und leichteren Maschinen; denn es ist gewiß nicht zu viel behauptet, wenn man sagt, daß die Maschinen und Tenders dem Ueberbaue der Eisenbahnen mehr Schaden bringen, als sämmtliche auf ihnen zu verfahrenden Lasten: die Ladungen von langem Bauholze vielleicht allein ausgenommen.

Wenn endlich der Verbrauch an Kohks bei der größeren Spurweite geringer seyn soll, so kann dieß nur durch eine Verminderung der Reibung, oder wie man zu sagen pflegt, durch den mechanischen Voltheil der großen Räder bedingt seyn. Es wäre sehr zu wünschen gewesen, daß, bevor man sich hierauf stüzte, die zur Prüfung der irländischen Eisenbahnen ernannte Commission klar ausgesprochen hätte, daß größere Räder wirklich einen Vortheil gewähren; denn nach einigen Versuchen und aus mehreren Gründen dürfte dieß noch zweifelhaft seyn. Was die durch die Abreibung bedingte Reibung, d.h. jene, welche durch die Abreibung der Achsen entsteht, betrifft, so kann man annehmen, daß diese constant bleibt, wie sehr, man auch das Rad vergrößern mag; wenn man, wie dieß in der Praxis denn auch wirklich der Fall ist, annimmt, daß bei größerem Raddurchmesser und längerer Radachse nothwendig auch eine entsprechende Vergrößerung der Büchse oder des Journales eintreten muß. Was hingegen die durch das Rollen des Rades bedingte Reibung anbelangt, so ist es nicht wahrscheinlich, daß sie durch Vergrößerung des Rades vermindert wird, denn diese rollende Reibung ist auf Eisenbahnen eine ganz andere als auf Landstraßen, wo Widerstände vorkommen, über die das Fuhrwerk weggehoben werden muß. Kleine Räder bedingen auf Landstraßen