Text-Bild-Ansicht Band 72

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bemerken kommt, daß 1300 Fuß aus einer Curve mit einem Radius von einer halben Meile bestanden, und daß die Wagen an drei Ausweichstellen vorüber zu laufen hatten, bevor sie zum Stillstehen kamen.

Sowohl die leztere Bahn, als die Great-Western hat fortlaufende Holzunterlagen; und nur in einer kurzen Streke der Curven befand sich eine fortlaufende Steinunterlage. Die Bolton-Manchester-Bahn hat schwerere Schienen zu 53 Pfd. per Yard. Bei den an der Great-Western-Bahn angestellten Versuchen hatten drei der Wagen und einer der Waggons 6 Räder, und daher war die Reibung etwas größer als an den vierrädrigen Wagen; doch konnte dieß bei einem so großen und so schweren Wagenzuge keinen großen Unterschied ausmachen. Alle bei den Versuchen an der Great-Western-Bahn verwendeten Räder hatten 4 Fuß im Durchmesser und Register von 2 11/16 Zoll Durchmesser. Die Räder an der Bolton-Manchester-Bahn dagegen hatten 3 Zoll Durchmesser und Register von 2 Zoll Durchmesser.

Wenn nun auch diese Versuche keineswegs über die aus der Vergrößerung der Räder zu erwartenden mechanischen Vortheile entscheiden, da zur bestimmten Lösung der Frage die verschiedenen Versuche an einer und derselben Bahn vorgenommen werden müßten, so ist doch soviel gewiß, daß die Vortheile, welche der Theorie nach mit den größeren Rädern verbunden seyn sollten, einigen Abzug zu erleiden haben; und zwar wegen des größeren Widerstandes, den sie bei breiten Spurweiten an den Curven zu überwinden haben, und wegen der größeren Reibung der Randkränze an den Schienen, welche nicht bloß der bedeutenderen Größe der Räder, sondern auch der größeren Spurweite zuzuschreiben ist. Denn es scheint mir, daß sich die Reibung auf das Minimum reduciren würde, wenn sich das ganze Bewegungsmoment auf eine einzige Schiene concentriren ließe; und daß die Reibung gewissermaßen in demselben Verhältnisse steigen dürfte, in welchem man die Spurweite vergrößert.

Ein weiterer bei der größeren Spurweite in Betracht kommender Punkt ist die Sicherheit. Soll der Bahn aus diesem Grunde eine größere Weite gegeben werden, so müßte das dermalige System unsicher seyn; ist aber A schon sicher, so kann kein Vortheil daraus erwachsen, wenn man B sicherer macht. Es frägt sich also, ist die schmale Spurweite sicher? A priori läßt sich sagen, daß, da diese Weite dem gewöhnlichen Geleise der Landstraßen gleich kommt; da die Eisenbahnräder und die unteren Theile der Wagen von sehr großer Schwere sind; da der Schwerpunkt an ihnen stets viel tiefer liegt als an den Eilwagen; und da die Eisenbahnen weit ebener sind als