Text-Bild-Ansicht Band 72

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größere Weite eine bedeutende Differenz in den Kosten veranlassen würde, und daher verliert auch die auf den Kostenpunkt begründete Einwendung gegen die Erweiterung der Spur in dem Maaße an Gewicht, als diese Erweiterung klein ist. Allein der Hauptgrund gegen die Abweichung von den 4 Fuß 8 1/2 Zoll ist wie gesagt der, daß diese Spurweite beinahe an allen Bahnen Englands angenommen ist. Auch hörte ich noch von keinem, der mit dem Betriebe dieser Bahnen innig Vertrauten einen Wunsch nach einer Spurweite, die mehr als höchstens um 5 bis 6 Zoll größer wäre als diese, ausdrüken. Wenn man Eisenbahnen bei uns zu bauen anfinge, könnte man vielleicht eine höchstens um 5 bis 6 Zoll größere Spurweite wählen; allein eine solche Aenderung jezt zu treffen würde gewiß keine Vortheile gewähren, die den Nachtheilen, welche aus verschiedenen Spurweiten für eine ganze Gegend erwachsen müssen, das Gleichgewicht hielten.

Um zu erfahren, in wie weit die Locomotiv-Fabrikanten die Spurweite von 4 Fuß 8 1/2 Zoll nachtheilig finden, richtete ich an die beiden größten Fabrikanten Englands einige Fragen hierüber. Hr. Edward Bury in Liverpool antwortete mir, daß, obwohl die geringe Spurweite von 4 Fuß 8 1/2 Zoll dem Fabrikanten eben keine sehr großen Schwierigkeiten bereitet, doch eine Erhöhung derselben um einige Zoll ihn in Stand sezen würden, vollkommnere Maschinen zu liefern. Eine Erweiterung um 6 Zoll schien ihm ganz genügend, und jede größere Breite als diese würde seiner Ansicht nach noch größere Schwierigkeiten erzeugen, als dermalen die geringe Spurweite mit sich bringt. Die HHrn. Robert Stephenson und Comp. in London gaben folgende Erklärung: „Bei dem Baue der Locomotiven von mittlerer Kraft (z.B. mit 14zölligen Cylindern) macht die geringe Spurweite von 4 Fuß 8 1/2, Zoll nur sehr unbedeutende Schwierigkeiten. Früher wäre uns allerdings eine um 3 bis 4 Zoll größere Weite zum Behufe der Anordnung der arbeitenden Theile und der Excentrica sehr wünschenswerth gewesen. Seit den von uns getroffenen Vereinfachungen und seit der zulezt von uns befolgten Anordnung der Theile wünschen wir uns selbst nicht mehr diese geringe Erhöhung der Weite. Der Bau einiger für Rußland bestimmten Maschinen mit einer Spurweite von 6 Fuß bestärkte uns in der Ansicht, daß eine größere Spurweite die Kosten der Maschinen bedeutend erhöht, besonders wenn die Kraft der Maschine mit der Spurweite im Verhältnisse stehen soll. Bleiben die Kraft oder die Dimensionen der Maschine unverändert, so wird die durch eine größere Spurweite bedingte Kostenerhöhung nicht bedeutend ausfallen.“

Was die beim Legen der Schienen befolgte Methode betrifft, so hat man, wie mir scheint, an Ihrer Bahn versucht, auf eine