Text-Bild-Ansicht Band 72

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ausgefallen wären; und daß er, bevor er aus unvermeidlich unvollständigen Daten bestimmte Schlüsse zog, der fortschreitenden Verbesserung, welche aus der Praxis und Erfahrung immer hervorgehen, ein weiteres Feld eingeräumt haben würde.

Diese Bemerkungen beziehen sich hauptsächlich auf seine Ansichten in Betreff der Leistungen der Locomotiven und auf die Thunlichkeit großer Geschwindigkeiten. Da es beinahe nur die von ihm hierüber aufgestellten Schlüsse sind, in Betreff deren meine Ansichten wesentlich von den seinigen abweichen, so werde ich meine Betrachtungen hauptsächlich auf diese Schlüsse und die Versuche, aus denen sie gezogen sind, beschränken.

Hr. Wood scheint, was den Bau der Bahnen anbelangt, der Ansicht zu seyn, daß für große Geschwindigkeiten fortlaufende Längenbalken gute Bahnen geben; und daß die an der Great-Western-Bahn befolgte Befestigungsweise der Schienen an den Balken eine gute ist. Dagegen meint er, daß die angewendeten Pfähle nichts taugen, und daß die bisher verwendeten Balken zu schwach seyen. Alles dieß gebe ich zu, und zur weiteren Fortführung des Baues in diesem Sinne sind auch alle Anstalten getroffen; denn die Pfähle sollen in Zukunft wegbleiben, und für starrere Schienen sowohl als für stärkere Längenbalken ist bereits Sorge getragen. Obwohl ich nun in diesen Beziehungen mit Hrn. Wood übereinstimme, so muß ich doch bemerken, daß seine Versuche über die Abbiegung der Schienen an der Great-Western-Bahn ein ungünstigeres Resultat gaben, als sich herausgestellt haben würde, wenn man aus einer Reihe längs der ganzen Bahn angestellter Versuche das Mittel gezogen hätte. Seine Versuche wurden nämlich an einer 2 engl. Meilen langen Streke an den Durchstichen durch die Thonlager bei Paddington, wo wir immer mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, hatten, und welche wohl als der schlechteste Theil der ganzen Bahnlinie zu betrachten sind, unternommen.

Bei den Versuchen über die vergleichsweise Sanftheit und Stätigkeit der Wagen muß ich gestehen, daß ich in die Genauigkeit der Instrumente Zweifel seze, indem ich ihr Princip stets für irrig hielt. Wäre dieß nicht der Fall, so müßten dieselben stets und bei jedem Versuche die mehr ebenen und glatten und die mehr rauhen Streken der Bahn angedeutet haben. Aus den Tabellen49) geht dieß jedoch nicht hervor, obwohl selbst der gewöhnliche Passagier manche dieser

49)

Diese Tabellen, auf welche sich Hr. Brunel bezieht, hat das Civil Eng. and Archit. Journal, wie wir schon oben bemerkten, in seinem Auszuge aus dem Berichte des Hrn. Wood weggelassen.

A. d. R.