Text-Bild-Ansicht Band 72

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Stellen durch die veränderte Bewegung der Wagen erkennen wird. Im Gegentheile finde ich, der ich die einzelnen Theile der Bahn sehr genau kenne, sogar, daß die Tabelle zwischen der 2ten und 7ten Meile, wo die Bahn schlecht ist, die niedrigste, und zwischen der 7ten und 15ten Meile, wo die Bahn gut ist, die höchste Angabe für die Wagenbewegungen enthält! In Ermangelung eines genauen Instrumentes dürfte das Urtheil des Publicums zur Zeit immer noch der beste Ausspruch bleiben; und dieses findet die Fahrt auf unserer Bahn eben so angenehm und die Bewegungen so sanft, als an irgend einer anderen der dermaligen Bahnen, obwohl unsere Bahn erst seit kurzer Zeit dem Verkehre eröffnet ist, obwohl unsere Maschinen eine größere Geschwindigkeit haben, und obwohl wir mit allen den Mängeln, welche neuen Geräthen stets ankleben, zu kämpfen haben. Bis dahin, wo uns Instrumente zu Gebote stehen, welche die verschiedenen Ursachen der Bewegungen von einander unterscheiden, und von jeder derselben ein genaues Maaß geben, wird daher das Gefühl eines aufmerksamen Beobachters immer noch die sichersten Anhaltspunkte gewähren.

Bei dem praktischen Beweise, den ich liefern werde, daß eine hohe Geschwindigkeit wirklich ohne den als unvermeidlich aufgestellten übermäßigen Verbrauch an Brennmaterial erreicht werden kann, wäre es vielleicht nicht nöthig, auf den Luftwiderstand einzugehen, den man nach den an der Rampe von Whiston angestellten Versuchen gefunden haben will. Da man jedoch hiemit eine neue Sache, aus der neue und bisher unvorhergesehene Resultate hervorgehen dürften, entdekt zu haben glaubt, so muß ich einige Worte hierüber bemerken.

Der Widerstand, auf den ein Körper stößt, wenn er sich in der Luft bewegt, ist längst bekannt, wenn auch nicht genau ermittelt. Smeaton gab schon vor 60 oder 70 Jahren Tabellen hierüber, die seither in jedes Handbuch der Physik übergegangen sind. Stellt man nach diesen Tabellen Berechnungen an, so ergibt sich, daß der Luftwiderstand ein bedeutender ist, und in einem Verhältnisse wechselt, welches sich dem Quadrate der Geschwindigkeiten annähert. Ich habe öfter dergleichen Berechnungen versucht, und glaube, daß sie, wenn sie gehörig angestellt werden, Resultate liefern, welche richtiger sind, als die aus den vorgelegten Versuchen gezogenen, und die wenigstens von einigen bedeutenden Irrthümern frei seyn dürften. Daß bei den fraglichen Versuchen an der Rampe von Whiston und den aus ihnen gezogenen Resultaten einige Irrthümer obgewaltet haben müssen, geht aus dem Widerspruche hervor, in welchem sie mit der täglichen Erfahrung stehen. Die Wagenzüge erreichen nämlich an dieser Rampe mit abgesperrtem Dampfe, was einen bedeutenden