Text-Bild-Ansicht Band 72

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angestellt, und folglich erscheint bei ihnen der angenommene vergleichsweise Luftwiderstand, der selbst bei 50 Tonnen beinahe derselbe gewesen seyn würde, viel größer. Die Reibung von 50 Tonnen würde hier 285 Pfd. betragen haben, und da der Luftwiderstand dabei 329 Pfd. geblieben wäre, so hätte dieß für erstere 44 und für lezteren 56 Proc. von dem Gesammtwiderstande ausgemacht. Da aber zu den 44 Proc. auch noch die ganze Reibung der Maschine selbst, welche eine constant bleibende, von dem Luftwiderstande ganz unabhängige Quantität ist, und beiläufig den dritten Theil der Reibung des Wagenzuges oder 15 beträgt, hinzu gezählt werden müßte, so würden sich für die Reibung 51 und für den sonstigen anderen Widerstand 49 Proc. berechnen, und nicht 22 und 78, wie Hr. Wood herausbringt.

Die Quellen, aus denen der Irrthum erwächst, sind übrigens noch viel ernsterer Art, und wie mir scheint, so außer aller Messung gelegen, daß die angestellten Versuche ganz unbrauchbar werden. Die Umstände waren nämlich wohl dem Scheine nach dieselben wie bei einem im Laufe befindlichen gewöhnlichen Wagenzuge; in Wirklichkeit waren sie aber gänzlich davon verschieden. Erstlich ließ man die Wagen so laufen, daß sie mit ihrem vierekigen Ende gegen den durch ihre ganze Oberfläche bedingten Widerstand rannten, während dieß ganz anders ist, wenn man ihnen die Maschine voran laufen läßt. Zweitens wirkte der Widerstand ganz allein gegen die Fronte des ersten Wagens des Wagenzuges, während die Triebkraft, nämlich die Schwerkraft, von Hinten, nämlich auf jeden einzelnen Wagen wirkte, so daß einer gegen den anderen getrieben wurde. Jedermann, der nur einige Erfahrung in den auf Eisenbahnen Statt findenden Vorgängen hat, weiß aber, daß die Wagen in einem solchen Falle aus der rechtwinkeligen Richtung kommen, und daß hiedurch allein schon ein Widerstand erzeugt wird, der zur Erklärung des Ganzen genügen dürfte.

Alle die Schlüsse, zu denen Hr. Wood am Ende über die Hauptpunkte gelangt, beruhen, wie man finden wird, auf den Resultaten der Versuche über die Leistung der Maschinen und auf dem vorausgesezten Widerstande der Wagenzüge bei hohen Geschwindigkeiten; die Versuche über den Luftwiderstand wurden angestellt, um zu erfahren, ob man auf die angenommene Zunahme des Widerstandes bauen könne.

Hr. Wood gibt den mechanischen Gewinn, der aus der Anwendung großer Räder für die Wagen erwächst, zu; da er aber große Geschwindigkeiten praktisch oder ökonomisch unerreichbar hält, so betrachtet er die Verminderung der Reibung für unwesentlich. Ich