Text-Bild-Ansicht Band 72

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Bewegungen der Eisenbahnwagen bedingt sind, so unterliegt es keinem Zweifel, daß eine größere Spurweite der Erlangung dieses Zwekes (nämlich einer ruhigeren und sanfteren Bewegung) günstig seyn muß. Da aber dieser Zwek bisher durch den befolgten Bauplan und durch den dermaligen Zustand der Bahn sowohl als der Wagen vereitelt wurde, so scheint zur Zeit nur soviel festzustehen, daß bei gleichgebauten Bahnen auf jener, an der die Spurweite größer ist, eine mehr sanfte und stätige Bewegung der Wagen zu beobachten seyn wird.“

Was die größeren Kosten anbelangt, welche die größere Spurweite bedingte, so ist Hr. Wood im Irrthume, wenn er sie zu 151,840 Pfd. St. angibt; denn der Mehraufwand beträgt in der That nur 39,000 Pfd. St.

Ich habe über alle diese Dinge meine Ansichten so oft ausgesprochen, und die Gründe, welche mich für die größere Spurweite bestimmen, schon so oft dargelegt, daß ich mir erlaube, aus einem meiner früheren Berichte Folgendes zu wiederholen.

„Man hat behauptet, daß die an der Liverpool-Manchester-Eisenbahn angenommene Spurweite von 4 Fuß 8 Zoll auch für alle Bahnen die geeignetste sey, und daß die Annahme einer anderen Dimension als eine Abweichung von einer Regel, welche durch die Erfahrung als richtig bewährt ist, zu betrachten sey. Diese Behauptung stüzt sich jedoch auf kein Raisonnement; denn angenommen z.B., daß unter bestimmten Umständen sich die Weite von 4 Fuß 8 Zoll wirklich als die möglich beste zeigte, so frägt sichs doch immer noch, welches unter anderen Umständen die besten Dimensionen seyn werden.

„Obschon eine Spurweite von 4 Fuß 8 Zoll der Erfahrung gemäß an Curven von bestimmtem Radius einen gewissen Widerstand erzeugt, so wird eine größere Spurweite doch mit Curven von größerem Radius nur denselben Widerstand mit sich bringen.

„Wenn sich auch an einer Bahn Wagen und Maschinen, besonders aber Räder und Achsen von einer bestimmten Schwere nicht zwekmäßig zeigten, so lassen sich doch an Bahnen mit besseren Gradienten größere Gewichte mit gleichen Resultaten anwenden.

„Wollte man der Great-Western- und der Grand-Junction-Eisenbahn gleiche Spurweiten geben, so hieße dieß in der That praktisch betrachtet an gleichen Bahnen verschiedene Spurweiten benuzen; denn jene Weite, die der einen dieser Bahnen angemessen ist, ist es für die andere nicht, es müßte denn für das empirische Gesez, nach welchem die Spurweite für alle Umstände fixirt wäre, irgend ein mysteriöser, bisher noch nicht erklärter Grund bestehen. Glüklicher Weise ist dieß jedoch nicht länger mehr zu befürchten, indem sich