Text-Bild-Ansicht Band 72

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Railway Inquiry publicirte, und der hauptsächlich den Versuchen, welche er in Gemeinschaft mit Hrn. Wood über die Reibung, über den Luftwiderstand, über die Abbiegungen der Schienen, und über die Bewegungen der Wagen auf den Eisenbahnen anstellte, gewidmet ist.51)

Vor einigen Jahren, sagt Hr. Dr. Lardner, machte Hr. de Pambour an der Liverpool-Manchester-Eisenbahn eine Reihe von Versuchen, durch welche er den Widerstand der Luft zu ermitteln hoffte. Die Resultate, zu denen er hiebei gelangte, waren jedoch nichts weniger als genügend, sowie denn auch das von ihm eingeschlagene Verfahren nicht wohl zu richtigen Schlüssen führen konnte.52) Auf eine nähere Beleuchtung seiner Berechnungen einzugehen halte ich hier um so weniger für nothwendig, als wir die Frage des Luftwiderstandes unter einem ganz neuen Gesichtspunkte zu betrachten gedenken.

Der Widerstand, den die Zugkraft durch einen Wagen erfährt, welcher sich mit einer gleichförmigen Geschwindigkeit auf einer geraden und ebenen Bahn bewegt, wird zum Theile durch die Reibung der Radachsen in den Büchsen, zum Theil durch das Rollen der Radreifen auf den Schienen, zum Theil aber auch durch die Trägheit der Luft, die der Wagen bei seinem Laufe verdrängt, erzeugt.

Bei der großen Genauigkeit im mechanischen Baue, die man dermalen zu erlangen im Stande ist, und mit einem guten Schmiersysteme läßt sich die Reibung in den Büchsen bis auf einen sehr gelingen Betrag vermindern. Der durch die rollende Bewegung bedingte Widerstand aber ist an und für sich schon gering, und zwar selbst unter den ungünstigsten Umständen. Es geht dieß schon daraus hervor, daß man selbst auf der so rauhen Erdoberfläche durch Unterlegen einfacher Walzen ungeheure Lasten mit Leichtigkeit fortzurollen im Stande ist.

Man war der Ansicht, daß der aus diesen beiden Ursachen erwachsende Widerstand bei allen Geschwindigkeiten derselbe bleibt, und daß der Aufwand an Triebkraft, in so fern er hievon abhing, derselbe

51)

Unsere Leser werden sich erinnern, daß der Gehülfe des Hrn. Lardner bei diesen Versuchen in Folge einer Unvorsichtigkeit von den Rädern einer Locomotive auf fürchterliche Weise zermalmt wurde.

A. d. R.

52)

In den mathematischen Formeln, welche de Pambour aufgestellt und deren er sich bei seinen Berechnungen bedient, ist die Wirkung des Bewegungsmomentes der Wagenräder bei beschleunigter oder langsamerer Bewegung gänzlich unberüksichtigt gelassen, so daß diese Formeln in der That die Bewegung einer Schleife, keineswegs aber jene eines auf Rädern ruhenden Fuhrwerkes repräsentiren. Der hieraus erwachsende Irrthum ist da, wo die Wagenräder und Achsen ein so großes Gewicht haben, wie an den Eisenbahnwagen, nichts weniger als unbedeutend.

A. d. O.