Text-Bild-Ansicht Band 72

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Gravitationskraft von 421 Pfd., und diese Kraft wurde, wie es scheint, durch irgend einen Widerstand aufgehoben, wenn sich die Last mit 32 1/4 engl. Meilen in der Zeitstunde bewegte. Dieser Widerstand war aus der Reibung und aus dem Luftwiderstande zusammengesezt, und zerfällt also, die Reibung wie gewöhnlich zu 9 Pfd. auf die Tonne angenommen, in 162 Pfd., welche auf Rechnung der Reibung, und in 260 Pfd., welche bei einer Geschwindigkeit von 32 1/4 engl. Meil. auf Rechnung des Luftwiderstandes kommen. Allein selbst dieser leztere Anschlag für den bisher vernachlässigten Luftwiderstand ist noch zu gering; denn Dr. Lardner hat durch Vergleichung der an den beiden genannten Rampen erlangten gleichmäßigen Geschwindigkeit, und angenommen, daß sich der Luftwiderstand wie das Quadrat der Geschwindigkeiten verhalte, gefunden, daß der Betrag der Reibung nicht 9, sondern nur um einen unbedeutenden Bruch mehr als 5 Pfd. per Tonne ausmacht; wonach also von obigen 421 Pfd. nur 93 auf die Reibung und 328 auf den Luftwiderstand kämen. Dieser geringe Werth der Reibung ergab sich aus einer Berechnung, bei der nichts weiter vorausgesezt wurde, als daß sich der Luftwiderstand wie das Quadrat der Geschwindigkeit verhalte, und daß die Reibung der zu den beiden Versuchen verwendeten Wagenzüge gleich sey. Die Züge bestanden freilich nicht aus denselben Wagen, allein sie waren in ihrem Baue einander so ähnlich, hatten eine so gleiche Belastung, und liefen auf einer gleichen Anzahl gleich großer Räder, so daß kein Grund vorhanden war, warum die Reibung wesentlich verschieden gewesen seyn sollte. Aus einer Veränderung der Lasten bei den Versuchen an der Rampe von Whiston ergab sich auch, daß der Luftwiderstand nicht merklich von dem Verhältnisse des Quadrates der Geschwindigkeit abwich. Nimmt man nämlich die Quadrate von 31 und 32 1/4, so wird man zwischen diesen beinahe dasselbe Verhältnis, wie zwischen 15,6 und 18, welches die bei den Versuchen angewendeten Lasten waren, finden.

Noch ist Vieles in Betreff dieses wichtigen Gegenstandes zu erforschen übrig, und vieler Versuche bedarf es noch, bevor sich der mittlere Betrag des Widerstandes, den die Luft auf den Eisenbahnen den Wagenzügen entgegensezt, mit einiger Genauigkeit bestimmen läßt. Mittlerweile ist soviel gewiß, daß der Luftwiderstand bei der gewöhnlichen Geschwindigkeit der Wagenzüge ein sehr bedeutender ist. Der durch die Reibung bedingte Widerstand dürfte bereits so weit herunter gebracht seyn, daß jede weitere Verminderung desselben nur von sehr geringem Einflusse auf die Kosten des Eisenbahnbetriebes seyn könnte; denn angenommen, daß es gelänge, die Reibung ganz zu beseitigen, so würde daraus doch nur eine Ersparniß von 20 Proc.