Text-Bild-Ansicht Band 72

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auf das Fünfzigfache gesteigert wurde, so daß, wenn derselbe in horizontaler Richtung um 1/50 Zoll rük- oder vorwärts bewegt wurde, das Ende des längeren Armes sich je nach der Richtung der Bewegung des kürzeren Hebelarmes um einen ganzen Zoll auf- oder niederbewegte. Der kürzere Hebelarm ruhte mit einer gehärteten stählernen Spize auf einer kreisrunden stählernen Scheibe, welche an dem Ende eines kurzen Stabes oder Cylinders, der sich horizontal in Führern bewegte, angebracht war. Das andere Ende dieses Cylinders wurde der Seite der Schiene dargeboten, an der ein gehärteter stählerner Stift, welcher auf der Scheibe ruhte, befestigt war. Der in den Führern bewegliche Cylinder befand sich also zwischen den beiden stählernen Spizen, von denen die eine an der Schiene und die andere an dem kurzen Hebelarme angebracht war. Der längere oder Zeigerarm war mit einem Zeichenstifte ausgestattet, durch den die Angaben des Instrumentes auf dieselbe Weise, wie an dem ersten Instrumente des Hrn. Wood auf Papier verzeichnet wurden. Zwei derartige Instrumente miteinander in Verbindung gebracht, gaben eine vollkommene Darstellung der Wirkung, welche die Wagen auf die Schienen ausübten; denn es ist offenbar, daß die Schiene keine Einwirkung erleiden konnte, welche nicht von dem einen oder dem anderen der beiden Instrumente verspürt, gemessen und registrirt wurde. Mit diesen Instrumenten wurden mehrere hundert Bilder genommen, aus denen nicht nur die Wirkung der Wagen auf die Schienen, sondern auch jene auf die Schienenstühle, Steinblöke oder Holzunterlagen hervorgingen.

Instrument zur Untersuchung der Lage der Schienen. – Außer den angegebenen Instrumenten schlug Hr. Dr. Lardner auch noch ein anderes vor, womit die Lage der Schienen an neuen Bahnen sowohl, als an solchen, die irgend eine Zeit über in Gebrauch gewesen, untersucht und ermittelt werden kann. An einer geraden Bahnlinie sollen sich die beiden Schienen, auf denen die Wagenräder ruhen, auf einem und demselben Niveau befinden, damit der Wagen eine vollkommen horizontale Stellung bekomme. Eine neue Bahn soll so gelegt seyn, daß dieß wirklich der Fall ist; nach einigem Betriebe der Bahn ist jedoch nicht zu erwarten, daß die Schienen noch dieselbe vollkommene Lage haben. Die eine Schiene gibt häufig wegen der verschiedenen Festigkeit der Unterlagen mehr nach als die andere; das Niveau zwischen beiden geht verloren, und der Wagen steht nicht mehr so senkrecht auf ihnen, wie dieß an einer frisch gelegten Bahn der Fall ist. Dr. Lardner gab nun ein Instrument an, welches, wenn es langsam die Schienen entlang hingerollt wird, mit großer Genauigkeit auf Papier verzeichnet, in welchem Grade die Schienen einer Bahnlinie von dem gemeinschaftlichen