Text-Bild-Ansicht Band 72

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oder Compositionen tränke. Die Hauptauflösungen, deren ich mich bediene, bestehen aus salzsaurem Zinnoxyd oder salpetersalzsaurem, oder salzsaurem Kupferoxyd, wovon ich lezterem den Vorzug gebe. Als Hülfsmittel dient hiebei noch eine andere Auflösung, mit der ich die zu schüzenden Körper vorläufig sättige, und deren Aufgabe es ist, die Oxyde aus den erstgenannten Auflösungen zu fällen, damit sie sich den vor Verwesung zu schüzenden Körpern imprägniren. Als solche Hülfsmittel benuze ich mineralische, vegetabilische oder flüchtige Alkalien oder alkalische Erden, und zwar entweder in äzendem oder in neutralisirtem Zustande. Dem Natron und dem Kalke gebe ich unter diesen Hülfsmitteln den Vorzug.

Zu den Substanzen, welche ich durch das Sättigen derselben mit der oben erwähnten Auflösung vor Verwesung zu schüzen beabsichtige, gehören alle Arten von Holz und Bauholz, Canevasse und andere Gewebe aus Flachs, Hanf, Seide, Wolle und anderen Faserstoffen, Garn in Strähnen, Taue, Strike, Schnüre, Papier im Zeuge sowohl als verarbeitet, Pergament, Leder und andere Häute in rohem sowohl als verarbeitetem Zustande, auch Federn.

Das Verfahren, zu welchem Bottiche oder Behälter von entsprechender Größe und aus geeignetem Materiale erforderlich sind, ist folgendes. Wenn z.B. Leinenzeuge oder andere derlei Gewebe behandelt werden sollen, so löse ich eines der oben erwähnten Kupfersalze in reinem Wasser auf, welches, wenn es warm ist, den Proceß erleichtert. Auf 6 Gallons Wasser nehme ich ungefähr 1 Pfd. Salz, welches Verhältniß jedoch nach der Beschaffenheit und Dike der zu behandelnden Körper verschieden seyn muß. In einem eigenen Gefäße löse ich nebenbei 1 Pfd. Natronasche, welche gegen 45 Proc. Alkali enthält, in 4 Gallons Wasser auf. Oder ich rühre eine gleiche Menge frisch gebrannten Kalkes in einer gleichen Quantität Wasser an; oder ich nehme eine äquivalente Menge der sonstigen Alkalien oder alkalischen Erden. In diese alkalische Auflösung nun, welche von Zeit zu Zeit umgerührt werden muß, damit sie um so leichter eingesogen wird, weiche ich die zu schüzenden Stoffe je nach ihrer Dike 1 bis 6 Stunden lang ein. Sind sie vollkommen damit gesättigt, so lasse ich die überschüssige Flüssigkeit abtropfen, oder ich entferne sie auch wohl durch Auspressen, worauf ich dann die Stoffe troknen lasse. Ist dieß geschehen, so tauche ich sie ganz und gar in den Bottich, worin sich die Metallauflösung befindet, in der ich sie je nach ihrer Beschaffenheit und Dike 1 bis 12 Stunden lang belasse. Nachdem dieß geschehen ist, und nachdem die Stoffe während dieser Zeit zur Erhöhung der Wirkung einigemale umgewendet worden sind, nehme ich sie aus dem Bottiche, um sie zu troknen.