Text-Bild-Ansicht Band 72

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Es ist nicht von Wesenheit, in welche der beiden Auflösungen die zu schüzenden Stoffe zuerst eingeweicht werden, vorausgesezt, daß man die nach dem ersten Eintauchen verbleibende übermäßige Flüssigkeit vor dem Eintauchen in die zweite Flüssigkeit gehörig wegschafft. Wenn man die Stoffe zwischen den beiden Eintauchungen troknet, so fällt die Operation am besten aus.

Thierische Stoffe sind gleichfalls auf die hier beschriebene Weise zu behandeln; nur darf man bei diesen weder die Alkalien, noch die alkalischen Erden in Anwendung bringen. Auch ist zu bemerken, daß man da, wo keine Färbung entstehen soll, wie z.B. wenn man es mit weißen Baumwollstoffen zu thun hat, salzsaures Zinn anstatt der Kupfersalze anwenden kann, welches sich jedoch für leinene und hanfene Stoffe, thierische Substanzen und Holz nicht eignet. Zur Behandlung von Bauholz und anderen Holzarten nehme ich eines der angegebenen Kupfersalze, vorzugsweise salzsaures Kupfer, wovon ich 1 Pfd. in 6 Gallons Wasser auflöse. Diese Auflösung lasse ich in den Behälter, in den das Holz gelegt worden ist, in solcher Menge laufen, daß das Holz ganz damit bedekt wird. Ich belasse das Holzwerk je nach seiner Dike und Beschaffenheit 1 bis 30 Tage in diesem Zustande, und trokne es sodann.

Der Erfinder behält sich vor, die Zinn- und Kupfersalze auch ohne Mithülfe der Alkalien und alkalischen Erden anzuwenden, obwohl bei Anwendung der lezteren der Proceß viel vollkommener und wirksamer erfolgen wird.

LXXXIX.  Miszellen.

Ueber die expansionsweise Benuzung des Dampfes.

Hr. Watt verlas in der Versammlung der Institution of Civil Engin. am 26. Febr. l. J. eine Notiz über die Ersparniß, welche sich an großen Dampfmaschinen bei der ausdehnungsweisen Benuzung des Dampfes ergibt. Er bezog sich hiebei auf Versuche, die er an einer an Hohöfen aufgestellten Hochdrukdampfmaschine unternahm. Der Cylinder der fraglichen Maschine hatte 38 Zoll im Durchmesser; der Gebläscylinder hatte 122 Zoll, der Kolbenhub betrug 9 Fuß; der Druk auf den Kolben 41 Pfd., jener im Kessel 45 Pfd. auf den Quadratzoll; die Zahl der Hube in der Minute war 12. Man brachte ein großes Schwungrad an, stattete die Maschine mit einem Expansionsapparate aus, und sperrte den Dampf auf der Hälfte des Hubes ab. Die Maschine leistete hiebei mehr als je vorher, und zwar mit einer Ersparniß von 25 Proc. an Brennmaterial. Hr. Watt schreibt dieß dem Umstande zu, daß mit Ausnahme des Schwungrades sämmtliche bewegliche Theile am Ende eines jeden Hubes beinahe in Ruhestand kommen; und daß, wenn man den Dampf während der ganzen Dauer oder Länge des Hubes eintreten läßt, der Kolben dem Schwungrade soviel von seinem Bewegungsmomente zu entziehen hat, als nöthig ist, um sein eigenes Moment zu überwältigen und die Richtung seiner sich hin und her bewegenden Theile zu verändern. Wenn dagegen der Dampf auf solche Weise abgesperrt wird, daß das Bewegungsmoment